Es ist eine Verkettung vieler glücklicher Umstände, dass es am Mittwoch in Israel nicht zu einer unfassbaren Katastrophe gekommen ist. Die israelische Regierung spricht von einem versuchten Terroranschlag: In einer Flydubai-Maschine von Dubai nach Tel Aviv öffnete der durch den Angreifer schwer verletzte Pilot mit letzter Kraft die Cockpit-Tür. Mutige Passagiere drängten ins Cockpit und überwältigten den Co-Piloten, der als Täter identifiziert wurde. Zufällig waren zwei Piloten an Bord, die helfen konnten, das Flugzeug sicher in Saudi-Arabien landen zu lassen.

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Ein Flugzeug als Massenvernichtungswaffe zu missbrauchen und von innen zu kapern, weckt Erinnerungen an den 11. September 2001. Dass die saudi-arabischen Behörden die israelischen Passagiere schützten, den festgenommenen omanischen Co-Piloten verhörten, eine israelische Ersatzmaschine landen ließen und saudische Sanitäter die notgelandeten Passagiere medizinisch betreuten, unterstreicht aber das gemeinsame Interesse an regionaler Stabilität und Terrorbekämpfung. Die Krisenbewältigung könnte trotz des offiziellen Stillstands langfristig als Vertrauensbeweis dienen und die informellen Beziehungen festigen.

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Madeleine Janssen ist Auslandschefin in der FUNKE Zentralredaktion.© privat | Privat

Gleichzeitig versucht Israels Premier Benjamin Netanjahu, aus dem Fall noch vor den Knessetwahlen am 27. Oktober politisches Kapital zu schlagen. Erst am Dienstag hatte er auf eine erhöhte Bedrohungslage hingewiesen. Sollte er von den Anschlagsplänen des Omaners gewusst haben, ohne etwas unternommen zu haben, sähe es allerdings schlecht für ihn aus. Schon die fehlerhafte Einschätzung der Lage vor dem 7. Oktober 2023 wird ihm vorgeworfen. Einem Untersuchungsausschuss verweigert er sich bis heute. Er kann kaum noch glaubhaft versichern, der Einzige zu sein, der Israels Sicherheit im Nahen Osten garantieren kann.