Es ist ein ungewöhnlicher Anblick in diplomatisch aufgewühlten Zeiten: Am Mittwoch ist ein russisches Flugzeug des Typs Ilyushin Il-96 auf dem Flughafen Köln-Bonn gelandet. Das Besondere: Bei der Maschine mit dem Kennzeichen RA-96018 handelt es sich um eine Regierungsmaschine des Kreml.
A Russian government Ilyushin Il-96 is currently en route from Moscow to Cologne/Bonn Airport, scheduled to land at CGN in around 15 minutes. Track it on Flightradar24: https://t.co/NBh2pnxBPX pic.twitter.com/ACqF0s5YMD
— Flightradar24 (@flightradar24) 16. September 2026
Laut Trackingportalen wie „Flightradar24“ landete die vierstrahlige Maschine am Vormittag in der Rhein-Metropole. Am frühen Morgen war sie in Moskau-Vnukovo gestartet, passierte daraufhin aber nicht den polnischen Luftraum auf direktem Wege. Stattdessen flog sie über Sankt Petersburg und die Ostsee, sodass neben dem russischen nur der deutsche Luftraum tangiert wurde. Wie „aeroTELEGRAPH“ berichtet, verwehren sowohl die polnische Regierung als auch das Baltikum den Überflug russischer Regierungsmitglieder.
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Russland-Flieger in Köln: Reaktion auf Schließung des Konsulats?
Laut „Flightradar24“ soll die Maschine im Anschluss nach Moskau zurückkehren. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes bestätigte, dass für den Sonderflug von deutscher Seite eine entsprechende Genehmigung erteilt worden war. Hintergrund ist die von der Bundesregierung angeordnete Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn. Der Flug stehe „im Zusammenhang mit der Ausreise der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“.
Die Bundesregierung hatte die Schließung des Generalkonsulats zum 18. September als Reaktion auf den Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig-Halle Anfang August angeordnet. Damals war in der Nähe ukrainischer Frachtflugzeuge eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt worden. Der Flughafen gilt als Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen an die Ukraine. Die Bundesregierung macht Russland für den Anschlagsversuch verantwortlich.
Zuletzt hatte eine US-amerikanische Regierungsmaschine in Moskau für Aufsehen gesorgt: Auch die Route dieses Flugzeugs war über Trackingportale öffentlich einsehbar. Später stellte sich heraus, dass der US-amerikanische Geheimdienstchef John Ratcliffe zu Gesprächen im Kreml war. Kurz darauf folgten Gespräche mit Trumps Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner über ein mögliches Ende des Krieges in der Ukraine.
mit afp






