Ein russisches Kriegsschiff hat nach Angaben Dänemarks in der Ostsee zwei Leuchtkörper in Richtung eines dänischen Militärhubschraubers abgefeuert. Der Vorfall ereignete sich demnach am Montagabend während eines routinemäßigen Aufklärungseinsatzes vor der dänischen Küste.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Die russische Fregatte befand sich nach Angaben des dänischen Verteidigungsministeriums in internationalen Gewässern vor Gedser im Süden Dänemarks. Der dänische Hubschrauber war unterwegs, um das russische Schiff fotografisch zu erfassen.
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Dabei habe die Fregatte zwei sogenannte Flares abgefeuert, teilte das Ministerium mit. Einer der Leuchtkörper sei in geringem Abstand am Hubschrauber vorbeigeflogen. Verletzt wurde nach bisherigen Angaben niemand.
Dänemark spricht von „völlig inakzeptablem“ Vorfall
Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen reagierte scharf. Er bezeichnete den Vorfall als „völlig inakzeptabel“. Russland verschiebe damit nach seiner Einschätzung erneut die Grenzen dessen, was hinnehmbar sei.
Der russische Botschafter in Kopenhagen soll sich zu dem Zwischenfall erklären. Eine Stellungnahme der russischen Seite lag zunächst nicht vor.
Auch die dänische Regierung sieht den Vorfall im Zusammenhang mit einer wachsenden Konfrontation mit Russland. Ministerpräsidentin Mette Frederiksen erklärte, sie sei von dem Geschehen nicht überrascht. Russland trete in Europa zunehmend offensiv auf, verschärfe seinen sogenannten hybriden Krieg und teste die Reaktion der Nato, sagte sie.
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Nach ihrer Einschätzung müsse Europa darauf mit größerer Geschlossenheit und einer stärkeren Verteidigung reagieren.
Waren die Leuchtkörper eine Warnung?
Bei den abgefeuerten Flares handelt es sich um Leuchtkörper, die auf See unter anderem als Aufmerksamkeits- oder Notsignale eingesetzt werden können. Was genau die russische Besatzung mit dem Einsatz bezweckte, ist bislang nicht offiziell bekannt.
Der dänische Verteidigungsforscher Peter Viggo Jakobsen bewertet den Vorfall jedoch als mögliches Warnsignal. Aus seiner Sicht könnten die Russen damit deutlich gemacht haben, dass der dänische Hubschrauber Abstand halten und die Beobachtung der Fregatte beenden solle.
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Damit wäre der Einsatz der Leuchtkörper weniger als Notsignal denn als Machtdemonstration zu verstehen. Diese Einschätzung stammt allerdings vom Forscher und ist keine bestätigte Erklärung der russischen Seite.
Nato-Staaten zunehmend mit Zwischenfällen konfrontiert
Der Vorfall ereignet sich in einer ohnehin angespannten Lage rund um die Ostsee. Die Region gilt seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine als besonders sensibler Bereich zwischen Russland und den Nato-Staaten.
Am Montag war nach litauischen Angaben zudem eine Drohne in den Luftraum Litauens eingedrungen. Nato-Kampfjets schossen die Drohne demnach ab.
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Der Zwischenfall vor Gedser zeigt damit erneut, wie schnell Routineeinsätze in der Ostsee zu sicherheitspolitisch brisanten Situationen werden können. Der dänische Hubschrauber und die russische Fregatte befanden sich nach den vorliegenden Angaben auf beziehungsweise über internationalen Gewässern. Die Besatzung des dänischen Hubschraubers blieb unverletzt.
ef/dpa/AFP










