Man muss es so drastisch sagen: Kanzler Friedrich Merz und seine schwarz-rote Regierungsmannschaft haben nicht mehr viel zu verlieren – außer ihren Ämtern. Fast vier von fünf Menschen im Land sind laut einer aktuellen Insa-Umfrage der Auffassung, dass Merz der falsche Mann für das wichtigste Amt im Staate ist. Auch Finanzminister Lars Klingbeil bekommt als SPD-Chef miserable Noten.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Das Tempo des Vertrauensverlusts ist atemberaubend. Merz ist seit nicht einmal anderthalb Jahren im Amt. Seine Regierung wollte innerhalb weniger Monate die Stimmung im Land drehen. Das Gegenteil ist eingetreten. Wohin das führt, konnte man gerade bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt beobachten. Und nach Lage der Dinge wird der Bedeutungsverlust der einstigen Volksparteien bei den bevorstehenden Urnengängen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern weitergehen.
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Die größte Gefahr für die politische Mitte und die Demokratie insgesamt besteht derzeit darin, dass sich in Deutschland eine Art Lust am Untergang breitmacht. Man muss Friedrich Merz nicht mögen. Er macht viele Fehler, seine Lernkurve zeigt nicht nach oben. Natürlich ist die Frage legitim, ob die regierende Koalition mit einem anderen Kanzler nicht besser fahren würde.

Die Sache ist aber die: Innenpolitisch, außenpolitisch und ökonomisch ist die Lage so ernst, dass sich riskante Experimente verbieten. Ein vermeintlicher Neustart könnte schnell im Desaster enden. Die Regierungsparteien sollten sich davor hüten, sich noch mehr mit sich selbst zu beschäftigen, und stattdessen ihre Arbeit tun. Gewählt sind sie für vier Jahre. Danach wird abgerechnet.





