Zuerst wollte sich der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev, nicht zu den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt äußern. Es ist unter Diplomaten üblich, die innenpolitischen Belange des jeweiligen Gastlandes nicht zu kommentieren. Doch mit Blick auf die Haltung mehrerer Politiker der AfD und des BSW, die deutsche Waffenlieferungen an die Ukraine ablehnen und Friedensverhandlungen mit Russland fordern, meldete sich Makeiev am Donnerstag zu Wort.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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„Als Botschafter meines Landes kann ich die prorussische Rhetorik einzelner Politiker nicht ignorieren“, sagte Makeiev dieser Redaktion. „Es ist besorgniserregend, dass gerade jene politischen Kräfte Unterstützung erhalten, die Kriegsverbrechen relativieren, rechtfertigen oder verharmlosen. Es ist meine Aufgabe, dort klar und deutlich die Dinge beim Namen zu nennen, wo dies geschieht“, so der Botschafter, der die Ukraine seit vier Jahren in Berlin vertritt. Er löste den medial sehr präsenten Andrij Melnyk ab, der inzwischen Ständiger Vertreter der Ukraine bei den Vereinten Nationen in New York ist.

Makeiev warnte eindringlich davor, die militärische Unterstützung für sein angegriffenes Heimatland einzustellen. „Das kostet nur mehr Menschenleben und rückt den Krieg näher an die Nato-Grenzen“, sagte der 50-Jährige. „Nein, Russland will keinen Frieden – Lawrow droht Deutschland inzwischen offen mit Krieg. Nein, Waffenlieferungen führen nicht zur Eskalation – sie retten Menschenleben vor russischem Terror gegen die Zivilbevölkerung.“

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Die EU hat derweil zugestimmt, dass die Ukraine einen Teil des 90-Milliarden-Darlehens aus Brüssel für den Kauf von in den USA hergestellten Luftabwehrraketen vom Typ Patriot verwenden darf. „Ich begrüße die Einigung der Mitgliedstaaten über die Ausnahmeregelung für die Ukraine, entscheidende Produkte für Patriot-Luftverteidigungssysteme zu erwerben“, erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Dienstag. Der Schritt erlaube Kiew, die nächste Kredittranche in Höhe von 3,2 Milliarden Euro zu nutzen, „um seinen Luftraum besser vor den wahllosen Angriffen Russlands zu schützen“.

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