Die Ergebnisse der neuesten Pisa-Studie zeichnen kein gutes Bild für Deutschland. In Lesekompetenz, Mathematik und den Naturwissenschaften waren die getesteten Schüler noch nie so schlecht wie im vergangenen Jahr. Expertinnen und Experten fürchten gefährliche Folgen für die Wirtschaft.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Der Rückgang der Mathematik- und Leseleistungen seit der letzten Studie von 2022 könne dazu führen, dass die späteren Einkommen der Betroffenen langfristig im Durchschnitt um drei bis vier Prozent niedriger ausfallen. Im Vergleich zum Vor-Corona-Niveau von 2018 seien es sogar neun bis zehn Prozent, so das Ifo Institut für Wirtschaftsforschung in München.
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Auch gesamtwirtschaftlich würden der deutschen Volkswirtschaft Billionenbeträge verloren gehen, heißt es weiter. Personen mit geringeren Basiskompetenzen seien weniger produktiv bei ihren wirtschaftlichen Tätigkeiten und übten eher Berufe mit geringerer Wertschöpfung aus. Wegen Künstlicher Intelligenz sind laut Ifo Institut gute Basiskompetenzen zukünftig noch wichtiger: um die richtigen Fragen stellen, Antworten hinterfragen und Problemlösungen entwickeln zu können.
Gefahr besteht auch für gesellschaftlichen Zusammenhalt
Lavinia Kinne vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) betont gegenüber unserer Redaktion noch einen weiteren Aspekt: „Bildung ist eine der treibenden Kräfte für Wirtschaftswachstum, aber eben auch für das individuelle Wohlbefinden – sowohl im Hinblick auf das spätere Gehalt als auch für das eigene Zugehörigkeitsgefühl zur Gesellschaft.“ Wenn sich der Abwärtstrend fortsetze, habe das erhebliche Konsequenzen für die Wirtschaft, aber auch für den Zusammenhalt in der Gesellschaft.
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Für Bildungsökonom Axel Plünnecke vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) bestätigen die neuen Ergebnisse zudem, dass Bildungserfolg in Deutschland weiterhin stark von der sozialen Herkunft abhänge. Gegenmaßnahmen müssten deshalb früher, gezielter und verbindlicher ansetzen – wofür das Startchancen-Programm der Bundesregierung ein guter Ansatz sei. Dabei werden Schulen mit einem hohen Anteil sozial benachteiligter Schülerinnen und Schüler unterstützt. Man solle es aber von zehn auf 40 Prozent der Schulen ausweiten, sagte Plünnecke auf Anfrage unserer Redaktion.
Bildungsministerin fordert anderen Umgang mit Social Media
Das Bundesbildungsministerium hat jetzt einen Gesetzentwurf vorgelegt, wonach Kinder früher gefördert und Bildungschancen unabhängig von ihrer Herkunft verbessert werden sollen. Unter anderem soll der Sprach- und Entwicklungsstand bei Vierjährigen erhoben werden. „Das halte ich für sehr wichtig. So kann man frühzeitig gegensteuern – insbesondere bei Kindern aus herausfordernden Verhältnissen“, meint Kinne vom DIW.

Bildungsministerin Karin Prien (CDU) fordert jetzt außerdem einen anderen Umgang mit den sozialen Medien: Es brauche eine Altersbeschränkung und eine bessere Medienerziehung. „Dass die Kinder sich nicht mehr konzentrieren können, dass sie keine Ausdauer mehr haben, dass sie auch nicht mehr in der Lage sind, sinnentnehmend zu lesen, hat etwas mit Social Media und Bildschirmzeit zu tun“, sagte Prien.







