Viele Buchstaben braucht es heute nicht, um in andere Welten einzutauchen: Ein 15-Jähriger scrollt auf dem Smartphone durch Tausende Videos. Eine 15-Jährige spricht in ihr Handy und die KI antwortet. Ist es da wirklich ein Problem, wenn die neue Pisa-Studie den schwächsten Jugendlichen erneut sinkende Lesekompetenz bescheinigt?

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Es ist ein gewaltiges Problem. Die Bildungsforscher messen nicht das Buchstabieren. Sie testen, ob ein Schüler einen Inhalt versteht, ihn bewertet und Schlüsse daraus zieht. Wer auf der untersten Kompetenzstufe landet, scheitert nicht nur im Deutschunterricht, sondern auch in Mathe oder Geschichte – später im Beruf und im Alltag. Und in einer Welt von Tiktok und KI fehlt ihm etwas Entscheidendes: die Fähigkeit, zu beurteilen, was wahr ist und was falsch.
Beim Lesen betrifft das nun jeden dritten Jugendlichen. Das ist dramatisch.
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Es ist zu einfach, die Verantwortung allein auf die Schulen zu schieben. Die Pisa-Studie misst an 15-Jährigen, was Deutschland bei Dreijährigen verpasst. Wortschatz, Mengenverständnis, Konzentration – das entwickelt sich weit vor dem ersten Schultag. Hierzulande gelingt es uns besonders schlecht, unterschiedliche Startbedingungen auszugleichen. Wer mit wenig Geld oder einer anderen Muttersprache aufwächst, hat oft schon große Rückstände, bevor die Schule beginnt.

Trotzdem reden wir bei Kitas viel über Betreuungsplätze und Öffnungszeiten. Wichtiger ist aber, welche Bildung die Kleinsten bekommen. Hier entscheidet sich, ob ein 15-Jähriger später prüfen kann, was sein Smartphone ihm zeigt und erzählt – oder ob er es einfach glauben muss.





