- Ulrich Siegmund hat der Kindersendung „logo!“ ein halbstündiges Interview gegeben
- Dabei spricht der AfD‑Spitzenkandidat unter anderem über deutsche Geschichte
- Wie das ZDF die Entscheidung rechtfertigt
Der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund war, in Anbetracht der bevorstehenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, zu Gast in einem Interview im öffentlich-rechtlichen Fernsehen – und zwar bei „logo!“. Die Nachrichtensendung für Kinder wird im Kinderkanal KiKa von ARD und ZDF ausgestrahlt. Interviewt wurde der 35-jährige AfD‑Politiker von Lucienne Balke, der ehemaligen Landesschülersprecherin von Sachsen-Anhalt. Sie hatte in der gleichen Sendung ebenfalls den CDU-Spitzenkandidaten und amtierenden Ministerpräsidenten Sven Schulze interviewt.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Zum Einstieg gab es Fragen zum Thema Schule, wie „Was war ihr Lieblingsfach?“ und „Waren sie ein Klassenclown oder ein Streber?“. Darauf folgten politische Themen wie Lehrermangel, Homeschooling, Schwimmunterricht und Extra-Klassen für Geflüchtete.
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AfD: Heimatliebe in der Schule – Lehrpläne sollen überarbeitet werden
Bei der Frage, wie Siegmund Heimatliebe und Patriotismus in der Schule stärken wolle, antwortete er, es sei überall auf der Welt normal, dass man „stolz auf seine eigene Kultur, auf sein Land, auf die Geschichte“ sei. „Wir haben allen Grund, stolz auf unser Land zu sein“, so der AfD-Rechtsaußen. Die deutsche Geschichte habe zwar „Höhen und Tiefen“, aber es sei entscheidend, positiv auf das eigene Land zu schauen. Man wolle die Lehrpläne überarbeiten, da „gewisse Gewichtungen überrepräsentiert“ seien. Das Wort „Nationalsozialismus“ fällt dabei nicht.
Zusätzlich spricht sich Siegmund für mehr Praxisnähe im Unterricht, unangekündigte Tests und einen sogenannten „Wachdienst“ an „Problemschulen“ aus.
AfD in Sachsen-Anhalt: „logo!“-Moderator betont umstrittenen Status
Im „logo!“-Beitrag vom 3. September waren die Antworten von Sven Schulze und Ulrich Siemund durch den Schnitt gegenübergestellt. Das halbstündige Interview mit den Kandidaten im Einzelnen findet man auf der Internetseite von „logo!“.
In der Abmoderation des Beitrags verwies „logo!“-Moderator Sherif Rizkallah unter anderem darauf, dass die AfD „sehr umstritten“ sei, und erwähnte auch die Einstufung des Landesverbandes durch den Verfassungsschutz als rechtsextrem. Die Entscheidung der Redaktion für ein Interview mit Siegmund begründete er damit, dass die AfD die umfragenstärkste Partei sei. Zudem würden „viele Menschen in Sachsen-Anhalt die Partei unterstützen“ und die AfD dort in der Politik „eine große Rolle“ spielen. Für weitere Informationen nannte Rizkallah das Online-Angebot von „logo!“.
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ZDF verteidigt AfD-Interview bei „logo!“ nach Kritik in sozialen Medien
Nach teilweise starker Kritik in den sozialen Medien, verteidigte das ZDF das Interview mit dem AfD‑Politiker. „Am Ende orientieren wir uns nicht an der Frage, welcher Shitstorm droht, sondern an unserem Auftrag: Kinder brauchen verlässliche Informationen, um sich eine eigene Meinung bilden zu können. Auch dann, wenn es unbequem wird“, schrieb Constanze Knöchel, Leiterin der „logo!“-Nachrichten, auf LinkedIn.
mit epd











