„Lernen Sie Deutsch“, wirbt das Goethe-Institut in Moskau auf seiner Homepage um neue Interessenten. „Qualifizierte Lehrkräfte, moderne Methoden und ein international anerkanntes Sprachniveausystem garantieren schnelle Fortschritte beim Deutschlernen.“ Das ist nun vorbei, noch arbeitet das Institut, wird aber wohl geschlossen. Als Reaktion auf die Schließung des Russischen Hauses in Berlin. Das Ende von Goethe war „eingepreist“, wie es im Politiker-Jargon heißt.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Seinen Sitz hat das Goethe-Institut in Moskau, Zweigstellen gibt es in Sankt Petersburg und im sibirischen Nowosibirsk. „Natürlich werden sie geschlossen, nachdem unser Kulturzentrum aus Berlin vertrieben wurde“, verkündete der russische Außenminister Sergej Lawrow beim Östlichen Wirtschaftsforum in Wladiwostok. Deutschland nehme bewusst in Kauf, dass der Schritt gegen das Russische Haus „eindeutig das Ende seiner kulturellen Präsenz in der Russischen Föderation bedeutet“. Lawrow betonte, dass diese Präsenz „trotz aller Verwicklungen in unseren Beziehungen zum Westen“ fortbestanden hat. Nun also das Ende. Außenminister Johann Wadephul (CDU) findet das „sehr bedauerlich“.

Goethe-Institut Moskau: Deutsche Mitarbeitende müssen wohl das Land verlassen

Deutsche Mitarbeitende gibt es nur noch wenige am Moskauer Goethe-Institut, vermutlich müssen sie das Land verlassen. Wie auch die Mitarbeiter des Russischen Hauses in Berlin. Die russischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Goethe in Moskau trifft es hart. Ende von freiberuflichen Aufträgen, womöglich Arbeitslosigkeit. Öffentlich äußern sollen sie sich nicht, darum hat die Institutsleitung gebeten.

Aber was geht da verloren? „Ich habe Deutsch am Goethe-Institut in Sankt Petersburg gelernt“, schreibt ein Russe auf dem Portal „fontanka.ru“. Heute lebt er in Berlin, kennt das Russische Haus. „Dort werden Russischkurse für Ausländer, Konzerte klassischer Musik, Einführungen in die russische Kultur und vieles mehr angeboten.“

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Sprengstoff-Drohne in Leipzig: Das spricht für russische Täter
Im Krisenmodus
 

Russisches Außenministerium lädt Geschäftsträger vor

Das Goethe-Institut mit seinen Zweigstellen ist für die russische Zivilgesellschaft ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt. „Wir verbinden Menschen weltweit. Als Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland fördern wir Kulturaustausch, Bildung und gesellschaftliche Diskurse im internationalen Kontext“, so das Goethe-Institut. „Wir bauen Brücken zwischen Kultur, Bildung und Wissenschaft und schaffen Freiräume für einen offenen, vertrauensvollen Dialog.“

Zuvor hatte das russische Außenministerium den Geschäftsträger der Deutschen Botschaft in Moskau vorgeladen, um gegen Berlins Sanktionen nach dem Fund einer Sprengstoff-Drohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle zu protestieren. Die Einbestellung sei wegen der antirussischen Handlungen und der Äußerungen der deutschen Führung erfolgt, teilte das Ministerium mit. Clemens von Goetze, der neue Botschafter in Russland, ist wohl nicht in Moskau. Mit dem Goethe-Institut verschwindet wohl die letzte deutsche Kulturorganisation aus Russland. Bereits zuvor hatte Russland massenhaft Stiftungen und Organisationen für unerwünscht erklärt und dadurch mit Tätigkeitsverbot belegt.