Man kann nicht behaupten, dass AfD-Politiker in ihren Reden Wert auf das geschliffene Wort und eine ausgeklügelte Argumentation legen würden, doch was an diesem Samstag beim Bundeskongress der „Generation Deutschland“ in Magdeburg zu hören war, dürfte noch einmal alles unterbieten, was bisher von der Rechtsaußen-Partei zu hören war. Hauptprotagonist war Martin Reichardt, immerhin Landesvorsitzender der AfD in Sachsen-Anhalt. Der Bundestagsabgeordnete, der früher einmal Mitglied bei den Jusos war, ließ bei seiner Rede vor den etwa 300 Delegierten der AfD-Parteijugend alle Zügel schleifen und steigerte sich in eine wahre Hassrede hinein.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Vater Staat sei heute „ein nach Dope stinkender, fauler Asi, der sein Geld für Nichtstun von der Friedrich-Ebert-Stiftung bekommt, um regelmäßig mit seinen Freunden vom Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk zu saufen und die Internationale zu lallen“, rief Reichardt unter Jubel in den Saal des Alten Theaters in Magdeburg. Die „dümmsten, faulsten und verkommensten Kinder“, die sich bei der Antifa engagierten, würden von Vater Staat mit Geld ausgestattet und belobigt. „Seine anständigen, fleißigen und ehrlichen Kinder hingegen prügelt er und sperrt sie in den Keller“, sagte Reichardt. Aus diesem Keller sei man lange herausgetreten.
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Reichardt: Deutsche Sprache ein „Flittchen“ und „dreimal täglich durchgegendert“
Auch um die Muttersprache stehe es nicht zum Besten. Sie sei heute „ein aufgedunsenes, intersektional-feministisches Flittchen“, sagte Reichardt. „Ihre grünen Haare sind stets zersaust und der rote Lippenstift ist verschmiert, weil Vater Staat sie dreimal täglich durchgendert.“ Reichardt, der auch im AfD-Bundesvorstand sitzt, fügte unter lautem Jubel hinzu: „Die Zeiten dieser verkommenen linken Zustände in Deutschland gehen zu Ende. Wir werden der verlotterten deutschen Linken das Sorgerecht für Deutschland entziehen!“
Im Anschluss erneuerte der GD-Vorsitzende Jean-Pascal Hohm Forderungen nach einer massenhaften „Remigration“. „Deutschland muss das Land der Deutschen bleiben, dieser Grundsatz ist nicht verhandelbar“, sagte er. In seiner Rede machte sich GD-Chef Hohm das unter Rechtsradikalen verbreitete Konzept der „Remigration“ zu eigen. „Millionen sind gegen unseren Willen, gegen Recht und Gesetz, gegen jede Vernunft in dieses Land gekommen“, sagte er. Und fügte hinzu: „Millionen müssen dieses Land wieder verlassen.“ Seine Partei, die AfD, bezeichnete er als „Ausdruck des Lebenswillens unseres Volkes“.
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AfD-Abgeordneter fordert „Festung Europa“
Der AfD-Europaabgeordnete René Aust forderte Remigration auf gesamteuropäischer Ebene. Nötig sei nicht nur „Remigration, sondern europaweite Remigration“. Europa müsse zu einer „Festung Europa“ ausgebaut werden.
Der brandenburgische AfD-Landtagsabgeordnete Dennis Hohloch warnte davor, den durch den demografischen Wandel verursachten Rückgang der Bevölkerungszahl mittels Zuwanderung auszugleichen. „Deutschland braucht keine 80 Millionen Einwohner, es kann auch mit 60 Millionen leben“, sagte Hohloch. „Wir brauchen die Zuwanderung nicht.“

Der Bundeskongress der „Generation Deutschland“ stand ganz im Zeichen der anstehenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September. Hohm bezeichnete eine mögliche Übernahme der Landesregierung in Sachsen-Anhalt als „historisches Projekt“ – und mahnte die Delegierten zur Zurückhaltung bei körperlichen Auseinandersetzungen im Wahlkampf. Die AfD müsse sich davor hüten, „dieses historische Projekt für eine Prügelei mit der Antifa aufs Spiel zu setzen“. Wer sich aber in einer „Notwehrsituation“ verteidige, werde „immer den Rückhalt der GD und der Mutterpartei bekommen“, beteuerte Hohm.
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Damen in Kostümen, Anzüge bei den Herren: „wunderschöne, gut gekleidete Menschen“
Die Delegierten waren im Vorfeld des Kongresses aufgefordert worden, sich an einen Dresscode zu halten. „Festliche beziehungsweise Business-Kleidung“ sei für den Bundeskongress der Nachwuchsorganisation „Generation Deutschland“ angemessen, hatte die Partei den Delegierten geraten. Dies solle der Veranstaltung einen „feierlichen Charakter“ geben. Die meisten der rund 300 Teilnehmer hielten sich daran: Anzüge und Krawatten bei den jungen Herren, Kostüme und hohe Schuhe bei den Frauen. Jeans? Fehlanzeige.
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„So viele wunderschöne, gut gekleidete Menschen“ seien zu sehen, freute sich der AfD-Abgeordnete René Aust in seiner Rede vor dem Kongress im Alten Theater von Magdeburg. Bei diesem Anblick wisse er „sofort, wie unser schönes Deutschland in der Zukunft aussehen soll – Deutschland soll ästhetisch sein, es soll schön sein“.
Es gebe „so viel ästhetische Substanz bei uns“, befand Aust, wobei er insbesondere „die weißen Kleider“ der Frauen hervorhob. Die „schönsten Menschen“, resümierte der Abgeordnete der in Teilen rechtsextremistischen Partei, finde man „nicht im linken politischen Spektrum“.
fmg/dpa/AFP










