Die Zeichen stehen auf Sturm für die regierende CDU in Sachsen‑Anhalt. Die jüngste Umfrage sieht sie weiter im Sinkflug und die AfD im Aufwind. Trotzdem hat sich CDU-Ministerpräsident Sven Schulze im TV-Duell gegen den AfD-Frontmann Ulrich Siegmund wacker geschlagen. Er gab sich staatsmännisch und brachte Sachargumente. Ob das die Wende bringt, ist zu bezweifeln. Denn auf der anderen Seite trat Siegmund auf, ein Verkäufertyp, lächelnd, smart und redegewandt.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Siegmund ist der Politiker, der derzeit die Marktplätze füllen kann. Nach dem TV-Duell aber stellt sich erneut die Frage, welche Politik die AfD eigentlich „verkaufen“ möchte. Auf Fragen nach Inhalten – etwa wie er die Arbeitsplätze sichern wolle – hatte Siegmund keine Antwort.
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Die AfD punktet mit verbaler Randale
Allen Ernstes erklärte der AfD-Mann, er wolle den Verzicht auf „kulturfremde“ Pflegekräfte ausgleichen, indem ausgewanderte Deutsche nach Sachsen-Anhalt zurückkehren. Wie bitte? Solch eine ausgewiesene Rezeptarmut korrespondiert mit Wünschen der Bundes-AfD nach einem Abschied vom Euro und einem Ausstieg aus dem Schengen-Raum. Dennoch punktet die AfD. Und zwar mit verbaler Randale.

Die AFD-Bundeschefin Alice Weidel gibt da die Tonlage vor mit Äußerungen, das seien „Flachzangen“ in der Regierung in Berlin und sie habe „die Nase voll“. In kleiner Münze reicht der Provokationen meidende Siegmund das in seinem Land weiter. Die AfD kanalisiert damit den Frust vieler Bürger über die Koalition in einer beleidigenden Sprache. Ihre Sympathisanten werden sich auf die Schenkel klopfen. Inhaltslose Polemik aber ist keine verantwortungsvolle Politik.





