Wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt richtet sich die Aufmerksamkeit vor allem auf die in Umfragen führende AfD. Der 17-jährige Aktivist Max Schneller, in sozialen Medien als „maximal demokratisch“ bekannt, warnt im FUNKE-Podcast „Amann unframed“ jedoch davor, das Bundesland auf die Partei und ihren Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund zu reduzieren. „Natürlich sind 40 Prozent schlimm, aber 60 Prozent sind immer noch da“, sagt Schneller. Sachsen-Anhalt bestehe ebenso aus den Menschen, die sich in Bitterfeld, Magdeburg, Halle, Merseburg oder Eisleben für Demokratie engagierten.
Nach Schnellers Einschätzung können die demokratischen Parteien in den letzten Tagen vor der Wahl noch unentschlossene Wähler erreichen. Dafür müssten sie aber stärker über konkrete Probleme wie gefährdete Arbeitsplätze, Krankenhäuser und den öffentlichen Nahverkehr sprechen und Lösungen anbieten. Zugleich fordert er eine dauerhafte Präsenz der Politik: Wahlkreisabgeordnete dürften „nicht erst präsent sein, wenn Wahlkampf ist“, sondern müssten während der gesamten Legislaturperiode ansprechbar bleiben.

„Amann unframed“: Max Schneller will im Falle eines AfD-Wahlsieges in Sachsen-Anhalt bleiben
Entscheidend werde auch sein, ob es nach der Wahl gelingt, eine Regierungsmehrheit ohne die AfD zu bilden. Schneller erwartet insbesondere von der CDU eine klare Abgrenzung, hält dafür aber keine klassische Koalition aller demokratischen Parteien für zwingend. Denkbar seien auch Minderheitsregierungen, Tolerierungsmodelle oder wechselnde Mehrheiten. Sein zentraler Appell lautet: „Eine AfD-Regierung lässt sich nicht aus Berlin verhindern, sondern nur aus Sachsen-Anhalt von vor Ort.“

Schneller zeigte sich ernüchtert über die Stärke der AfD: Es sei der Partei gelungen, eine regelrechte Bewegung in Gang zu setzen und ihre Anhängerschaft zu mobilisieren. Verglichen mit den Rechten sei die Zivilgesellschaft klein und teils zerstritten.
Mehr über Max Schneller, sein Engagement und die persönlichen Folgen seiner Arbeit – darunter Drohungen und Polizeischutzmaßnahmen – gibt es in der neuesten Folge von „Amann unframed“, dem Podcast von Melanie Amann, Chefredakteurin digital der FUNKE Zentralredaktion. Darin erklärt Schneller auch, warum er selbst bei einem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt bleiben will: „Sachsen-Anhalt ist so viel mehr als diese 40 Prozent.“
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AfD-Politiker Hans-Thomas Tillschneider hat keine Ideen für Sachsen-Anhalt
In der letzten Folge von „Amann unframed“ hatte sich der AfD-Politiker Hans-Thomas Tillschneider den Fragen von Melanie Amann gestellt. Er sprach über die Ziele seiner Partei, wies den Vorwurf des Rechtsextremismus zurück – und erklärte, warum er die AfD auf dem Weg zur Regierungspartei sieht. Doch nach rund 50 Minuten brach Tillschneider das Gespräch überraschend ab:
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In „Amann unframed“ geht es um Persönlichkeiten, die Deutschland prägen, die selten in klare Schubladen passen. Menschen, die polarisieren, anecken, provozieren – und manchmal auch manipulieren. Manche werden unfair geframt, andere prägen die Debatte mit ihrem ganz eigenen Frame.
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