Wird das BSW zum Königsmacher einer AfD-Regierung? Rund dreieinhalb Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat die Parteigründerin ihren Standpunkt klar gemacht. Sahra Wagenknecht, erklärte, dass ihre Partei in einem Fall der AfD den Rücken stärken würde. „Unser Wahlziel ist die Abwahl des CDU-Amtsinhabers und seine Ersetzung durch einen überparteilichen Ministerpräsidenten, der mit einem Kompetenzkabinett und wechselnden Mehrheiten regiert. Das bedeutet: auch mit der AfD“, sagte Wagenknecht der „Bild“-Zeitung.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Sollten andere Parteien diese Idee nicht unterstützen, „werden wir uns im dritten Wahlgang enthalten“, warnte Wagenknecht mit Blick auf die Wahl des Ministerpräsidenten. „Es ist einfach völlig undemokratisch, eine Partei, die von rund 40 Prozent der Wähler gewählt wird, dauerhaft auszugrenzen“, begründete Wagenknecht die Unterstützung für die AfD.

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In einem Beitrag auf der Online-Plattform X sprach sie außerdem von einer „Brandmauer-Idiotie“, die beendet werden müsse. „Wer BSW wählt, kann Merz stürzen!“, versprach sie, und bezeichnete eine Abwahl des CDU-Kandidaten Sven Schulze als eine „verdiente Klatsche für Friedrich Merz“.

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Ihre Ansage dürfte als Strategie gelesen werden, dem BSW bei der Wahl mehr Bedeutung zu verleihen. Wagenknechts Partei ringt selbst um den Einzug in den Landtag. In einer aktuellen Umfrage liegt die Partei zwar bei fünf Prozent, hat in Umfragen in den vergangenen Wochen aber immer wieder an der Fünf-Prozent-Hürde gekratzt. Wagenknechts Idee wies AfD-Spitzenkandidat Siegmund derweil zurück. Von dem Modell halte er „gar nichts“, sagte er, „weil wir doch eine stabile Regierung in diesem Land brauchen“.

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Am Ende könnten die in Sachsen-Anhalt kleinen Parteien jedoch tatsächlich entscheidend für die Stabilität der Regierungsarbeit werden. Es kommt darauf an, welche und wie viele Parteien in den Landtag einziehen. Laut einer aktuellen Insa-Umfrage käme die AfD derzeit auf 42 Prozent der Stimmen. Die CDU, Linke und SPD könnten gemeinsam nur 41 Prozent mobilisieren. In dieser Gemengelage könnte tatsächlich ein AfD-Kandidat mit einfacher Mehrheit Ministerpräsident werden, wenn sich das BSW im dritten Wahlgang enthielte.

Die Linke stilisiert sich derweil als Garant dafür, dass die AfD nicht regieren wird: Bereits am Sonntag hatte Parteichef Luigi Pantisano im „ZDF-Sommerinterview“ erklärt, dass die Partei einen CDU-Ministerpräsidenten unterstützen würde, um die AfD an der Macht zu verhindern. Mit 13 Prozent in der aktuellen Insa-Umfrage hat die Linke weitaus mehr Chancen als das BSW.

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Auch die linke „Silberlocke“ Bodo Ramelow, ehemaliger Ministerpräsident Thüringens, betonte die Bedeutung parteiübergreifender Zusammenarbeit in Sachsen-Anhalt – wie sie etwa im Erfurter Landtag unter anderem zwischen CDU und Linken geschieht. Grünen-Chef Felix Banaszak pflichtete dem bei. Seine Partei kämpft wie die FDP um das Knacken der Fünf-Prozent-Hürde. Banaszak sagte: „Wer in dieser Situation nicht klar hat, dass es wichtig ist, dass Demokraten zusammenarbeiten, der sollte sich fragen, ob er in der Politik richtig ist.“