Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn Sie sich regelmäßig im Park verausgaben oder im Gym auf dem Laufband sprinten, kennen Sie das: Ihr Sportshirt müffelt nach dem Training und Sie werfen es in die Waschmaschine. Bei den Fußballstars läuft es anders: Deren Trikot aus der ersten Halbzeit kann ein richtig gutes Anlageobjekt werden. Sogenannte Matchworn-Shirts von Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo werden auf einer Auktionsplattform verkauft.

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Wenn Sie sich jetzt fragen, wie sich nachweisen lässt, dass Ronaldo das Shirt tatsächlich beim entscheidenden Spiel getragen hat: Der Riechtest reicht da nicht. Und auch Zertifikate lassen sich fälschen. Experten basteln gerade an einer Art Chip, der ins Shirt eingearbeitet wird und mit dem sich nachweisen lassen soll, wer wann und wo sich das Trikot über den Kopf zog. Mein Kollege Dominik Bath erklärt Ihnen hier, wie der Handel funktioniert, wo die Risiken liegen und wie viel Geld sich damit machen lässt. Nach dem WM-Desaster für die deutsche Mannschaft ist klar: Joshua Kimmich, Manuel Neuer, Jamal Musiala und selbst Social-Media-Liebling Deniz Undav sollten ihre Trikots behalten und in die Waschmaschine stecken.

WM 2026 - Argentinien - Algerien
Von dem argentinischen Superstar Lionel Messi getragene Trikots gelten als besonders wertvoll. Für Fans und Anleger taugen die Shirts mittlerweile als Investment.© dpa | Tom Weller

Mehr möchte ich zum Aus für das Team Nagelsmann hier nicht sagen. Es war schon mühsam genug, die Kollegen wieder aufzuheitern. Wir haben es versucht mit fünf Punkten, die in Deutschland richtig gut sind – da fiel uns spontan nicht so viel ein, also haben wir das schnell wieder gelassen. Nach der letzten Hitzewelle mit Tropennächten können wir noch nicht mal mehr davon ausgehen, dass es nachts abkühlt.

Was ist ein Sommer ohne Freibad?

Für 40 Grad am Tag und 29 Grad in der Nacht sind wir nicht gemacht. Und unsere Wohnungen erst recht nicht. Wir brauchen Abkühlung, und die haben in den vergangenen Tagen viele Menschen in den Freibädern gesucht. Leider gibt es davon immer weniger, fassen Dominik Bath und Theresa Martus ihre Recherche zusammen. Sie sind zu teuer, die Instandhaltung ist zu aufwendig. Und die notorisch klammen Kommunen haben Wichtigeres zu finanzieren.

Tatsächlich wurden viele Schwimmbäder in den 1960er- und 1970er-Jahren gebaut – doch leider nicht konsequent genug saniert. Und nun bröckelt der Putz an den Beckenwänden, die Rohre sind löchrig, die Duschen zu veraltet, um sich gerne drunterzustellen. Klar, die Kommunen haben eben kein Geld für die Bäder. Sie sind zwar nice to have, aber eben keine Pflichtaufgabe.

Happy kids swimming underwater in pool
Im Freibad macht auch die Hitze nichts mehr aus. © Getty Images | Imgorthand

Ich habe mich in meinem Kommentar dazu an meine Jugend erinnert. Sobald das Wetter gut genug war, gingen wir ins Freibad. Das war unsere Sommer-Lebensqualität. Dieses Gefühl aufs Spiel zu setzen, halte ich für gefährlich. Denn wenn uns unsere Freizeit keinen Spaß mehr macht, dann geraten wir in eine Abwärtsspirale, die Extremisten das Tor öffnen kann.

Ein Blick auf den Kriegsalltag in der Ukraine: Eine Nacht im Bunker

Ein Blick in die Ukraine zeigt, dass unser Klagen über die versemmelte WM und die paar Hitzenächte Jammern auf hohem Niveau ist. Denn seit mehr als vier Jahren tobt der heiße Krieg in der Ukraine. Im fünften Jahr leiden die Menschen dort unter Drohnenangriffen auf Wohnblocks und zerstörten Kraftwerken. Seit dem Februar 2022 fällt der Strom aus und gehört die Angst ums Leben zum ständigen Begleiter. Zehntausende sind bei den Kämpfen und Angriffen ums Leben gekommen, Millionen sind Opfer.

Der Krieg ist zu einem nicht enden wollenden Schrecken geworden. Etwa für Ljudmila Rubanyak aus Cherson. Sie und ihre Nachbarn Mischa, Olena und Sofia schlafen nahezu jede Nacht in einem Luftschutzkeller. Unser Kriegsreporter Jan Jessen hat zusammen mit unserem Fotografen André Hirtz eine Nacht mit ihnen verbracht.

Luftschutzkeller in Cherson
Ljudmila Rubanyak und Mischa haben versucht, es sich im Bunker einzurichten. © FUNKE Foto Services | André Hirtz

Lesen Sie hier, mit welchem Pragmatismus die Bunkergemeinschaft ihren Kriegsalltag lebt. Ein Alltag, in dem es niemals Ruhe gibt, wenn viele Menschen in einem muffigen Raum zusammenkommen und immer wieder irgendwo in der Nähe eine Drohne einschlägt. Weil es eine besondere Reportage ist, haben wir den Text als sogenannten Longread angelegt, eine digitale Darstellungsform, die, finde ich, noch schöner ist als die klassische Zeitungsseite.

Birgitta Stauber
Birgitta Stauber, Textchefin © FUNKE Foto Services | Reto Klar

Auf dem Weg in den Urlaub: Mein Traum von der Bahn und die Realität

Ich verrate es Ihnen jetzt: Während ich diesen Newsletter schreibe, sitze ich mal wieder in der Bahn; tatsächlich bin ich auf dem Weg in den Urlaub. Ich hätte den Zug beinahe verpasst, weil das Chaos schon am S-Bahnhof losging. Dann wurde kurz vor Einfahrt ein Gleiswechsel bekannt gegeben. Wir Fahrgäste schnappten unsere Koffer, hechteten die Treppe hoch und dann wieder runter, suchten unsere Waggons, schafften es gerade bis zum Abpfiff. Positiv gesehen ein sportlicher Auftakt des Tages. Ich habe allerdings an meine Mutter gedacht, die mit ihren 86 Jahren immer noch fleißig mit der Bahn unterwegs ist. Hätte sie das gepackt? Wer hätte ihr geholfen? Ist das nicht eine furchtbare Altersdiskriminierung in einer ohnehin schwierigen digitalen Welt? Ich hoffe, wenn sie uns im August in Berlin besucht, bleibt sie von derartigen Ad-hoc-Erlebnissen verschont.

Rolltreppen am Hauptbahnhof
Auch gesperrte Rolltreppen in den Bahnhöfen gehören zum Alltag der Bahn-Kunden.© Britta Pedersen/dpa | Britta Pedersen

Natürlich ist mein Zug nicht pünktlich, 20 Minuten bin ich verspätet. In München muss ich umsteigen in den Zug über Innsbruck und Bozen bis nach Verona. Mein Puffer sind 38 Minuten, das stimmt mich optimistisch, und ich genieße die Fahrt im klimatisierten Wagen mit frisch gebrühtem Kaffee.

Die Strecke bin ich schon ein paar Mal gefahren, doch ob ich es schaffe, in einem Rutsch durchzukommen, ist immer wieder ein Abenteuer. Noch ungewisser als mit der Bahn würde die Reise mit dem Auto werden und, so meine Erfahrung, erst recht mit dem Flugzeug. Die eine Flugreise neulich ging schief, weil die Lufthansa streikte. Bei einer anderen führten ein Gewitter und das Nachtflugverbot am Berliner Flughafen dazu, dass ich die Nacht auf einem italienischen Flughafen verbringen musste.

Montag, Mittwoch, Freitag

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.

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Ich bin gerne unterwegs, vor allem Richtung Italien. Deswegen lassen mich diese Erlebnisse nicht vom Reisen abhalten. In meinem nächsten Leben erfülle ich mir den Traum von einer BahnCard 100 und schreibe einen Reiseroman, während die Landschaften an mir vorbeiziehen.

Vielleicht erfüllt sich dann auch der Traum von einer funktionierenden Deutschen Bahn. Evelin Palla, die Bahn-Chefin, klingt jedenfalls ambitioniert, wenn sie ihre Ziele für ihr Unternehmen vorstellt und gleichzeitig um Geduld mahnt. Was ich sehr vernünftig finde: Statt weiter zu wachsen, statt weiter die Fahrgastzahlen in die Höhe zu treiben, steht nun die Sicherung der Qualität an erster Stelle. Also pünktliche Züge, funktionierende Toiletten und Klimaanlagen. Zur Sanierung der Bahn gehört auch Effizienz, und das bedeutet für den aufgeblähten Konzern: abspecken. Lesen Sie hier, was auf die Mitarbeiter der Bahn zukommt.

Amerika feiert. Und dazu hat das wunderbare Land allen Grund

Und nun ein Blick nach Amerika. Genauer: In die USA, die unter ihrem Präsidenten Donald Trump seit Jahren die Schlagzeilen beherrschen. Das immer noch mächtigste Land der Welt feiert Geburtstag – und damit 250 Jahre Demokratie, 250 Jahre Freiheit, 250 Jahre ein ganz besonders Lebensgefühl, das mich in seiner Weite, seiner Offenheit, ebenso anzieht wie auch abstößt. Unser Washington-Korrespondent Dirk Hautkapp, dessen scharfe Kommentare und Analysen Sie sicher kennen, hat nun einen sehr freundlichen Blick auf sein Gastland geworfen: Die Menschen sind offen, die Natur ist grandios, dazu der Sport und erst recht die Musik. Lesen Sie selbst, warum unser Korrespondent trotz all seiner Kritik an der Trump-Regierung die Vereinigten Staaten von Amerika immer noch großartig findet.

250 Jahre USA
Stolz auf 250 Jahre: Drohnen bilden am Himmel über der Independence Hall in Philadelphia einen Schriftzug. © dpa | Auresto

Mir macht dies Mut, denn die USA waren für mich immer ein Sehnsuchtsort. Und natürlich möchte ich wieder hin, mal sehen, vielleicht im nächsten Jahr.

Jetzt genieße ich erst mal meinen Urlaub. Sie werden davon in meinem nächsten Newsletter lesen.

Wie immer wünsche ich Ihnen einen erholsamen Sonntag,

Ihre Birgitta Stauber