Die Blockade der Straße von Hormus hat die Golfregion in Aufruhr versetzt. Dutzende Öltanker sitzen fest, können kein Öl in die Welt liefern. Alle Golfstaaten haben ihre Fördermengen daher drastisch gekürzt und mussten einen Einbruch ihrer Exporteinnahmen hinnehmen – bis auf einen: der Iran.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Zwar hat US-Präsident Donald Trump nach den gescheiterten Verhandlungen in Pakistan Mitte April seinerseits eine Seeblockade verhängt. Diese betrifft alle Schiffe, die aus iranischen Häfen oder Küstengebieten kommen oder diese anlaufen. Dennoch: Der Iran hat seit Beginn des Krieges täglich fast doppelt so viel am Ölverkauf verdient wie davor.

90 Prozent der iranischen Öl-Exporte gehen nach China

Der Hauptabnehmer ist China. Der Iran verkauft 90 Prozent seiner Öl-Exporte an die Volksrepublik. In offiziellen Statistiken tauchen diese Exporte in der Regel jedoch kaum auf. Denn die Abnehmer sind rund 100 kleine „Teekannen“-Raffinerien, sogenannte Teapots, in Shandong im Norden des Landes. Diese Raffinerien sind auf dem Papier unabhängig von Chinas staatlichen Giganten, die eine Einbeziehung in US-Sanktionen fürchten.

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Insgesamt bezieht China knapp die Hälfte seiner Öl-Importe aus dem Nahen Osten, zwölf Prozent davon aus dem Iran. Auf der Rangliste der Länder, die durch die Blockade der Straße von Hormus am stärksten betroffen sind, belegt die Volksrepublik allerdings nur Platz vier, hinter Indien. Die mit Abstand größten Käufer des Öls aus dem Nahen Osten sind derzeit Japan und Südkorea. Beide Industriegiganten setzen für ihre Energieversorgung sehr stark auf Erdöl und müssen ihren kompletten Verbrauch importieren. Südkorea bezieht rund 70 Prozent seiner Importe aus dem Nahen Osten, bei Japan sind es sogar 95 Prozent.