Eine Zigarette kaufen – das wird für alle, die nach dem 1. Januar 2009 geboren sind, in Großbritannien nie legal möglich sein. Nicht mit 18, nicht mit 40, nicht mit 80. Denn das britische Parlament hat jetzt ein neues Gesetz verabschiedet, welches zum 1. Januar 2027 in Kraft tritt. Egal wie alt man ist, Zigarettenkauf wird für immer illegal bleiben – wenn man eben nach dem 1. Januar 2009 geboren wurde. In Großbritannien wurde das Gesetz mit parteiübergreifender Mehrheit angenommen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Damit geht Großbritannien weiter als die meisten Länder. Neuseeland hatte bereits 2022 unter Premierministerin Jacinda Ardern ein Tabakverbot für alle ab 2009 Geborenen verabschiedet, damals eins der strengsten Gesetze weltweit. Nicht einmal zwei Jahre später kippte die neue konservative Regierung das gesamte Paket jedoch wieder, um Steuersenkungen gegenfinanzieren zu können.
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Tabakgesetz: Großbritannien hebt schrittweise das Raucher-Mindestalter an
Das britische Prinzip ist simpel: Das Mindestalter für den Erwerb von Tabakprodukten steigt jedes Jahr an, bis irgendwann keiner mehr zur Zigarette greifen darf. Wer vor 2009 zur Welt kam, bleibt unbehelligt. Das Gesetz regelt nur den Kauf und nicht den Konsum. Damit bleibt das Rauchen daheim legal. E-Zigaretten sollen allerdings aus Autos mit Kindern an Bord, von Spielplätzen, Schulhöfen und Krankenhausgeländen verschwinden. Vor den bei Briten so beliebten Pubs oder an öffentlichen Stränden kann draußen weiterhin geraucht werden.
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Tabak ist laut britischer Regierung die führende vermeidbare Ursache für Krankheit und Tod im Land – verantwortlich für jährlich 64.000 Todesfälle und drei Milliarden Pfund an Kosten für das Gesundheitssystem NHS. Gesundheitsminister Wes Streeting bezeichnete das Gesetz als einen „historischen Moment für die nationale Gesundheit“ und erklärte: „Prävention ist besser als Heilung. Dieses Gesetz wird Leben retten, Druck auf das Gesundheitssystem abbauen und ein gesünderes Großbritannien schaffen.“ Doch nicht alle teilen diese Einschätzung: Einzelhändler fürchten Einbußen, Bürgerrechtler sehen in dem Gesetz staatliche Übergriffigkeit. Kritiker warnen vor einem wachsenden Schwarzmarkt, der das Verbot aushöhlen könnte.
Rauchen in Deutschland: Grüne sehen Handlungsbedarf nach britischem Vorbild
Auch in Deutschland sterben jährlich rund 131.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Außerdem ist jede fünfte Krebserkrankung aufs Rauchen zurückzuführen. Doch ein so drastischer Einschnitt wie in Großbritannien ist zunächst nicht geplant.

Janosch Dahmen, gesundheitspolitischer Sprecher der Grünen, sieht in der britischen Entscheidung einen Weckruf für Deutschland: „Großbritannien zieht nun endgültig eine rote Linie – und diese Linie schützt zukünftig Tausende Menschenleben“, so Dahmen. Während dort eine rauchfreie Generation heranwächst, schaue Deutschland noch zu oft zu. Nikotin sei kein gewöhnliches Konsumgut – sondern der Beginn eines „Kreislaufs aus Verführung, Sucht und Krankheit, den wir politisch durchbrechen müssen“.
Auch der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck (CDU), stimmt zu: Man müsse „den Einstieg für Kinder und Jugendliche so schwer wie möglich machen“ – den britischen Weg hält er allerdings nicht für den wirksamsten. „Entscheidend ist nicht das schärfste Signal, sondern die wirksamste Lösung“, sagte Streeck. Er plädiert für höhere Tabaksteuern, deren Einnahmen gezielt für Prävention und Entwöhnung genutzt werden. „Wir müssen junge Menschen schützen, ohne bevormundend zu wirken“, so Streeck.









