Der Grünen-Politiker Stefan Gelbhaar will sich bei der Abgeordnetenhauswahl im kommenden Jahr als Direktkandidat für Berlin-Pankow aufstellen lassen. Das bestätigte der ehemalige Bundestagsabgeordnete dem RBB. Er habe demnach seine Bewerbung als Direktkandidat für den Wahlkreis 6 in Pankow eingereicht.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Ob er tatsächlich der Direktkandidat des Bezirks wird und sich gegen Mitbewerber durchsetzt, entscheidet sich am 8. November. Dann findet die Wahlversammlung des Kreisverbandes statt. Etwa ein Jahr zuvor, Mitte November 2024, war der Grünen-Politiker mit 98,4 Prozent der Stimmen zum Direktkandidaten für den Berliner Bezirk Pankow für die Bundestagswahl 2025 gewählt worden. Doch dann stand der Vorwurf der sexuellen Belästigung im Raum.

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Der RBB hatte zuerst über die Vorwürfe berichtet – Gelbhaar ging dagegen juristisch vor. Im Januar dieses Jahres zog der Sender dann Teile der Berichterstattung zurück. Ein Großteil der Vorwürfe war von einer Parteikollegin fingiert worden, wie sich herausstellte. Es waren Zweifel an der Identität der Frauen aufgekommen, die Gelbhaar der Belästigung bezichtigt hatten. Der RBB und der Grünen-Politiker einigten sich außergerichtlich. Der Sender zahlte ihm eine Entschädigung – die Höhe der Summe ist nicht bekannt, es wurde Stillschweigen vereinbart.

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Fraglich ist, ob Gelbhaar genug Rückhalt in der Partei hat, um als Direktkandidat für das Berliner Abgeordnetenhaus nominiert zu werden. Denn obwohl einige Vorwürfe nach RBB-Recherchen entkräftet werden konnten, halten einige Frauen an ihren Vorwürfen, Gelbhaar hätte sich ihnen gegenüber grenzüberschreitend verhalten, fest. Die Partei räumte derweil Fehler beim Umgang mit dem ehemaligen Bundestagsabgeordneten ein: Man sei „strukturell überfordert“ gewesen, hieß es vom Bundesvorstand um die beiden Parteichefs Franziska Brantner und Felix Banaszak.