Donald Trump hat den französischen Präsidenten Emmanuel Macron am Montagabend im wahrsten Sinne des Wortes ausgebremst. Nach der Konferenz zur Zweistaatenlösung in New York, auf der Macron Frankreichs Anerkennung Palästinas als souveräner Staat verkündet hatte, wollte sich Macron im Wagen auf den Weg zur französischen Botschaft machen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Weit kam der französische Präsident nicht. In einem Video auf der Plattform „X“ ist zu sehen, wie Macron aus dem Auto aussteigt, sich an ein Absperrgitter lehnt und einen Polizisten anspricht. „Es tut mir wirklich leid, Herr Präsident, derzeit ist alles blockiert“, antwortet der. Grund sei der Konvoi des US-Präsidenten. „Wenn Sie ihn nicht sehen, lassen Sie mich durch“, versucht es Macron. Doch der Cop lässt sich nicht erweichen, woraufhin Frankreichs Präsident zum Handy greift und offenbar Trump anruft. In dem Video sind einige Gesprächsfetzen zu hören. „Wie geht es dir? Hör zu, ich stehe auf der Straße. Wegen dir ist alles abgesperrt“, spricht Macron ins Telefon.

Macron setzt seinen Weg zu Fuß fort

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Das Gespräch scheint wenig gebracht zu haben, denn – Schnitt – in der nächste Einstellung ist Macron, immer noch telefonierend, als Fußgänger zu sehen. Das Auto hat er offenbar stehen lassen. In einer weiteren Einstellung posiert Macron, sichtlich gut gelaunt, mit zwei Passanten für Fotos. Einer drückt Macron zum Abschied einen Schmatzer auf die Stirn. Ob und wenn ja wann der französische Präsidentschaft die Botschaft erreicht hat, ist nicht bekannt.

In den Kommentaren zum Video wird spekuliert, ob Trump Macron vielleicht absichtlich ausgebremst hat, um die Machtverhältnisse klarzustellen. Dies sei eine „Machtdemonstration“ Trumps gewesen, schreibt ein User auf X. Wenn Staatsführer anhalten müssen, damit Trumps Kolonne freie Fahrt hat, sagt das alles darüber aus, wer das Sagen hat“, heißt es weiter.

Die Beziehung zwischen dem US-Präsidenten und seinem französischen Kollegen kann man durchaus als nicht frei von Spannungen bezeichnen. Macrons Entscheidung, Palästina anzuerkennen, schmeckt Trump ganz und gar nicht. Mittlerweile sind die USA die einzige UNO-Vetomacht, die diesen Schritt ablehnen. Auch in der Vergangenheit hatten sich Macron und Trump verbale Scharmützel geliefert. Nach Trumps vorzeitiger Abreise vom G7-Gipfel in Kanada im Juni hatte der US-Präsident Macron verbal in die Schranken gewiesen. Dieser hatte erklärt, Trump sei abgereist, um einen Waffenstillstand zwischen Israel und Iran auszuhandeln. Trumps Antwort: „Ob absichtlich oder nicht – Emmanuel liegt immer daneben.“

fmg