Robert Habeck gibt sein Bundestagsmandat zum 1. September ab – öffentlich machte er das in einem Interview mit der „taz“, welches am 25. August erschien. Habeck begründete seine Entscheidung auch damit, dass nicht nur die Ampel-Koalition, sondern auch seine politische Idee abgewählt worden sei, „die Grünen in die gesellschaftliche Mitte zu führen“, um angesichts der schrumpfenden beiden Ex-Volksparteien „das Zentrum zu stabilisieren“.
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Habecks Entscheidung sorgte für gemischte Reaktionen. Innerhalb seiner Partei hagelte es vor allem Danksagungen: Die Grünen-Fraktionsvorsitzenden Britta Haßelmann und Katharina Dröge bedauerten das Ausscheiden Habecks aus dem Bundestag und dankten Habeck für seine Arbeit. Ricarda Lang, ehemalige Bundesvorsitzende der Grünen, postete auf Instagram ein Bild von sich und Habeck und schrieb darunter: „Du reißt heute eine große Lücke. Aber ich bin mir sicher, dass du an anderen Stellen weiterhin prägen wirst. Mach es gut.“
Außerhalb seiner Parteikolleginnen und -kollegen ist der Ton jedoch überwiegend rau. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unions-Fraktion, Steffen Bilger, sagte gegenüber der „Bild“-Zeitung: „Ich wünsche Robert Habeck persönlich alles Gute für die Zukunft. Sein unsouveräner Abgang von der politischen Bühne zeigt allerdings, dass er seine Niederlage bei der Bundestagswahl und den Abschied aus der Regierung wohl erst noch verarbeiten muss.“

Habeck teilt gegen Söder aus: „Fetischhafte Wurstgefresse“
Der FDP-Politiker und ehemaliger Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Wolfgang Kubicki wetterte im Gespräch mit „Welt TV“ dass das Lob von den Grünen ein Zeichen dafür sei, dass „ein Realitätsverlust eingetreten ist, den man kaum noch beschreiben kann.“ Der „Bild“-Zeitung sagte der 73-Jährige, „Robert Habeck wollte das Image als nachdenklicher Zuhörer und ist damit trotz teurer Kampagne auf die Nase gefallen. Jetzt geht er mit einer niveaulosen Pöbelattacke gegen die Bundestagspräsidentin aus der Politik.“

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Mit der „Pöbelattacke“ spielt Kubicki auf einige Aussagen von Habeck im Interview mit der „taz“ an. Darin kritisiert der Grünen-Politiker unter anderem die Bundestagspräsidentin Julia Klöckner für ihre Entscheidung, Regenbogenflaggen auf dem Reichstag zu verbieten: „Ob mutwillig oder aus Dämlichkeit, weiß ich nicht.“ Im zweiten Atemzug stichelt er gegen CSU-Chef Markus Söder: „Dieses fetischhafte Wurstgefresse von Markus Söder ist ja keine Politik.“
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Markus Söder schießt einen Tag darauf zurück: Er wünsche Habeck „viel Glück außerhalb der Politik“, sagte der CSU-Mann der „Bild“-Zeitung und fügte hinzu: „Denn in der Politik war er ja sehr erfolglos.“ Söder sagte an die Adresse Habecks: „Geh mit Gott – Hauptsache, weit weg.“
Lauterbach wünscht Habeck „Zauber und Glück“
Wohlwollende Worte hingegen kommen aus dem norddeutschen Unionslager. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) würdigte Habeck mit den Worten: „Robert Habeck hat die Politik in Schleswig-Holstein über fast zwei Jahrzehnte mitgeprägt, und in den vergangenen Jahren auch die in ganz Deutschland.“ Er dankte Habeck für eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Landesregierung und für das Zustandekommen seiner ersten Landesregierung mit Grünen und FDP 2017. Vor seiner Entscheidung, sich aus der Bundespolitik zurückzuziehen, habe er großen Respekt.
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Auch SPD-Politiker Karl Lauterbach fand warme Worte für den ehemaligen Vizekanzler. Auf X schrieb Lauterbach: „Ich wünsche dir auf dem neuen Weg Zauber und Glück. Du wirst fehlen.“ Er hätte sich gewünscht, Habeck „pragmatischer Idealismus wäre belohnt und nicht immer weiter sabotiert worden.“
Ich wünsche Dir auf dem neuen Weg Zauber und Glück 🍀. Du wirst fehlen. Ich hätte mir gewünscht, Dein pragmatischer Idealismus wäre belohnt und nicht immer weiter sabotiert worden. Alles Gute! https://t.co/Veh2UgW63l
— Prof. Karl Lauterbach (@Karl_Lauterbach) August 25, 2025
Bundestagspräsidentin Julia Klöckner wollte sich zu Habecks Vorwürfen nicht äußern. „Der Mandatsverzicht von Abgeordneten ist ein üblicher parlamentarischer Vorgang, der von der Bundestagspräsidentin nicht kommentiert wird“, sagte ein Sprecher des Deutschen Bundestages dieser Redaktion auf eine Anfrage zu Habecks Äußerungen. „Der vorliegende Fall ist einer von mehreren Mandatsverzichten in dieser Wahlperiode.“
mit dpa und AFP










