War wieder alles umsonst? US-Präsident Trump hat bei zwei Gipfeltreffen große Hoffnungen auf Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine geweckt. Inzwischen macht sich Ernüchterung breit: Es bewegt sich erstmal nichts. Der russische Präsident Putin ist in Alaska gern über Trumps roten Teppich marschiert, aber seine Zusage zum Gipfel mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj steht weiter aus.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Putin ist, wenig überraschend, an fairen Verhandlungen offenkundig nicht interessiert. Er zögert hinaus, stellt neue Bedingungen. Ein Manöver, um Zeit zu gewinnen für seine laufende Offensive, die mindestens bis in den Herbst dauern wird. Selbst wenn sich der Kremlherrscher irgendwann doch mit Selenskyj treffen sollte – es ist unter diesen Umständen zu befürchten, dass er einen solchen Gipfel mit überzogenen Forderungen absichtsvoll zum Scheitern bringt.
Artikel über die Ukraine – für Sie recherchiert
Trumps Vermittlungsbemühungen waren deshalb nicht falsch, vom unnötig freundschaftlichen Empfang für Putin abgesehen. In den nächsten Wochen gilt es, aus dem Ergebnis die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Lenkt Putin nicht noch überraschend ein, sollte auch der US-Präsident verstanden haben: Die USA und die Europäer müssen gemeinsam den Druck auf den Kremlherrscher erhöhen. Wirtschaftlich mit neuen Sanktionen, die Moskaus Kriegskasse treffen. Militärisch mit verstärkten Waffenlieferungen, die es der Ukraine erlauben, sich wirkungsvoll gegen die russische Offensive zu stemmen.

Erst wenn Putin weiß, dass er auch mit immensen Menschenopfern in diesem Krieg nichts mehr gewinnen kann, wird er bereit sein, ernsthaft zu verhandeln. Dann hat auch Trumps Gipfel-Diplomatie eine Chance.








