Im Zusammenhang mit der Sabotage an den Nord-Stream-Pipelines im September 2022 hat die Bundesanwaltschaft in Italien einen tatverdächtigen Ukrainer festnehmen lassen. Das teilte die Bundesanwaltschaft am Donnerstag mit. Zuvor hatte der „Spiegel“ berichtet. Die Karlsruher Behörde wirft ihm unter anderem das gemeinschaftliche Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und verfassungsfeindliche Sabotage vor.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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In der Mittelung der Bundesanwaltschaft heißt es: „Serhii K. gehörte zu einer Gruppe von Personen, die im September 2022 nahe der Insel Bornholm Sprengsätze an den Gaspipelines „Nord Stream 1“ und „Nord Stream 2“ platzierte. Bei dem Beschuldigten handelte es sich mutmaßlich um einen der Koordinatoren der Operation.“
Für den Transport sollen er und seine Mittäter laut der Mitteilung eine Segelyacht genutzt haben, die von Rostock aus startete. Die Yacht war zuvor mit Hilfe gefälschter Ausweispapiere über Mittelsmänner bei einem deutschen Unternehmen angemietet worden. Die Sprengsätze detonierten am 26. September 2022. Durch die Explosionen wurden beide Pipelines schwer beschädigt.
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Nord Stream: Mutmaßlicher Angreifer auf Pipelines gefasst
Der Ukrainer sei in der vergangenen Nacht in der Provinz Rimini in Italien von Beamten der Carabinieri-Station in Misano Adriatico gefasst worden. Wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtet, befand sich der 49-Jährige seit einigen Tagen mit seiner Familie im Urlaub an der Adria-Küste. Bei einer Kontrolle sei offensichtlich festgestellt worden, dass es sich um den europaweit gesuchten Mann handele, hieß es. Von offizieller Seite gab es auf dpa-Anfrage zunächst keine Bestätigung. Wegen der internationalen Bedeutung des Falles ist auch die italienische Regierung damit befasst.
Man habe eng mit dem Dienst für Internationale polizeiliche Zusammenarbeit kooperiert, hieß es weiter. Der Beschuldigte soll demnächst nach Deutschland überstellt und dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden, der über die Untersuchungshaft entscheidet.
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hat die Ermittlungsbehörden gelobt. „Der Bundesanwaltschaft ist ein sehr beeindruckender Ermittlungserfolg gelungen“, erklärte Hubig am Donnerstag in Berlin. „Die Sprengung der Pipelines muss aufgeklärt werden, auch strafrechtlich.“ Hubig sprach von einer „hochkomplexen Operation“, die zur Festnahme eines der mutmaßlichen Angreifer geführt habe. Sie danke allen, die daran beteiligt gewesen seien.
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Mehrere Sprengungen hatten die beiden Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 Ende September 2022 beschädigt und unterbrochen. Wenig später entdeckte man vier Lecks an drei der insgesamt vier Leitungen der Nord-Stream-Pipelines. Durch Nord Stream 1 floss zuvor russisches Erdgas nach Deutschland. Nord Stream 2 war wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und der folgenden politischen Streitigkeiten noch nicht in Betrieb.
Nord Stream: Segeljacht für den Transport
Nach der Tat kam schnell die Frage auf, wie die Sprengladungen wohl angebracht wurden, um die Leitungen der Pipelines zu beschädigen. Experten hielten es für wahrscheinlich, dass ausgebildete Taucher Sprengsätze an den Orten angebracht haben könnten. Die Behörden mehrerer Länder hatten nach dem Anschlag Ermittlungen aufgenommen. Dänemark und Schweden stellten die Verfahren aber ein.
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Die Bundesanwaltschaft erklärt nun zu der Festnahme, für den Transport hätten der Beschuldigte und seine Mittäter eine Segeljacht genutzt, die von Rostock aus startete. Die Jacht sei zuvor mit Hilfe gefälschter Ausweispapiere über Mittelsmänner bei einem deutschen Unternehmen angemietet worden.
dpa/les









