Erst hatte er mit Verweis auf gesundheitliche Gründe abgesagt – nun will Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) doch im Nord-Stream-2-Untersuchungsausschuss des Landtags Mecklenburg-Vorpommern aussagen. Dies geht aus einem zweiseitigen Schreiben hervor, das Schröders Anwalt Hans-Peter Huber an den Ausschussvorsitzenden Sebastian Ehlers (CDU) schickte und das dem „Spiegel“ vorliegt. Schröder will demnach nicht persönlich nach Schwerin kommen, könnte sich aber per Video aus seinem Büro in Hannover zuschalten.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Allerdings stellte Huber Bedingungen für die Befragungen seines Mandanten: „Die Übertragung findet ohne Öffentlichkeit statt“, schreibt der Anwalt. Zudem soll Schröder die Möglichkeit haben, die Sitzung bei Bedarf für eine Pause zu unterbrechen. Einen Amtsarzt benötige der Altkanzler aber nicht.
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Schröders Anwalt: „Mein Mandant will ja aussagen“
Laut Huber ist Schröder immer noch gesundheitlich angeschlagen und „der körperlichen und psychischen Belastung einer längeren und insbesondere öffentlichen Befragung“ nicht gewachsen. Daher könnte seine Aussage womöglich auch in mehreren Terminen erfolgen. Bei einer Unterbrechung wird man laut Huber „unter allgemeinen humanen Gesichtspunkten gemeinsam erörtern, wann eine Fortsetzung der Vernehmung zumutbar sein wird“.
„Mein Mandant will ja aussagen“, sagte Huber und sprach von einem „Kompromiss zwischen der persönlichen Aussage vor dem Ausschuss und der Rücksichtnahme auf den immer noch angeschlagenen Gesundheitszustand des Zeugen“.
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Altkanzler leidet laut eigenen Angaben unter Burn-Out
Schröder ist seit 2016 Verwaltungsratsvorsitzender der Nord-Stream-2-AG, die die gleichnamige Ostseepipeline errichtete und betrieb. Er gilt als wichtiger Zeuge in dem Untersuchungsausschuss, der vor allem die Rolle der Stiftung Klima- und Umweltschutz MV beleuchten soll. Diese wurde von Russland finanziert und legte die Grundlage dafür, dass Nord Stream 2 trotz US-Sanktionen gebaut werden konnte.
Der Altkanzler selbst gibt an, wegen eines Burnout in Verhandlung zu sein und deswegen weder „reise- noch vernehmungsfähig“ zu sein. Entsprechend sind bereits zwei Vernehmungen des Gasprom-Vorstands vor dem Untersuchungsausschuss gescheitert. Schröder ließ sich krankschreiben – laut einem Psychiater leide er unter „Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten“:
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Zweifel, ob Schröder wirklich krank ist
Allerdings gibt es Zweifel an den Äußerungen Schröders zu seinem Gesundheitszustand: Bei der Wahl und Vereidigung des neuen niedersächsischen Ministerpräsidenten Olaf Lies (SPD) saß der Altkanzler gut gelaunt mit seiner Ehefrau So-yeon Schröder-Kim auf der Besuchertribüne des Hannoveraner Landtags. Deswegen schickte der Ausschuss Schröder erneut eine Vorladung und verlangte im Falle seines Fehlens ein amtsärztliches Attest.
jst/AFP







