Donald Trumps Wirtschaftspolitik ist mitunter erratisch und unter Ökonomen hochumstritten. Doch den meisten Amerikanern dürften die warnenden Rufe von Wirtschaftsexperten und deren Modelle egal sein. Für sie zählt: Wird das Leben unter Trump besser und erschwinglicher oder nicht?

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Diese Frage lässt sich noch nicht abschließend beantworten, doch zumindest eine gesunde Ernährung wird auf absehbare Zeit wohl teurer. Denn wie neue Zahlen des US-Bureau of Labor Statistics zeigen, sind die Produktionspreise für frisches Gemüse im Juli explodiert. Im Schnitt legten sie 38,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu. Ein gewaltiger Sprung, der ein erstes Anzeichen der Folgen von Trumps Zoll- und Migrationspolitik sein könnte.
Inflation in den USA: Das sind die Gründe für die Preissprünge
Tatsächlich gibt es mehrere Faktoren, die den Preissprung verursacht haben dürften. Da ist einmal das unbeständige Wetter, mit dem auch Landwirte in den USA zu kämpfen haben – insbesondere Dürren sorgen immer wieder für Lieferschwierigkeiten. Wenn ein Produkt aufgrund einer Dürre knapp wird, steigt der Preis. Dafür kann der US-Präsident nichts.
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Hinzu kommen aber zwei Faktoren, die unmittelbar auf Trump zurückzuführen sind. Da sind die Zölle, die den Import von Produkten verteuern. Dass sich das zunächst bei Gemüse zeigt, ergibt Sinn. Denn einige Unternehmen haben bereits bevor die meisten Zölle in Kraft traten, ihre Bestände aufgefüllt, also noch zu niedrigen Preisen importiert. Bei frischem Gemüse ist das schwierig – längere Lagerzeiten sind nicht möglich.
Und noch etwas könnte den Preissprung beeinflusst haben: die massive Abschiebepolitik der Trump-Regierung. Denn um die hohen Abschiebequoten zu erreichen, hat die Abschiebe-Behörde ICE nicht davor zurückgeschreckt, auch bei Razzien auf landwirtschaftlichen Betrieben nach Arbeitsmigranten zu suchen und diese des Landes zu verweisen. Weniger Arbeiter bedeuten weniger Produktion. Das Ganze ging soweit, dass Agrar-Lobbyisten Druck auf die Regierung ausübten – daraufhin kündigte Trump im Juni an, darüber nachzudenken, Abschiebe-Razzien in manchen Branchen künftig auszusetzen zu lassen.
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Ob die Preissprünge am Ende bei den Konsumenten ankommen und welches Ausmaß sie haben werden, ist allerdings noch nicht klar. Auch bei dem Preissprung für frisches Gemüse handelt es sich um Einkaufspreise für Unternehmen. Welchen Anteil des Preisanstiegs sie auf die Verbraucher umlegen, wird sich zeigen. Bei den knappen Margen der US-Lebensmittelketten ist allerdings nicht viel Spielraum.
Mehrere Experten rechnen mittelfristig mit steigenden Preisen in den USA. Gleichzeitig verlangsamt sich derzeit das Wachstum der US-Wirtschaft – aber sie wächst. Die Frage wird am Ende also sein: Sind die negativen Folgen der Trump-Politik so gravierend, dass sie das Wachstum in den Schatten stellen und die Menschen im Land am Ende ökonomisch schlechter dastehen? Oder gleichen Wachstum und steigende Löhne die Preissprünge aus? Ausgang offen.





