Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen, Vizevorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag, sieht den russischen Präsidenten Wladimir Putin als Sieger des Alaska-Gipfels. Im Interview sagt er, was Europa jetzt für seine Sicherheit tun muss.
Das Treffen von Trump und Putin war verdächtig kurz. Ist die Ukraine dem Frieden nähergekommen?
Norbert Röttgen: Der Gipfel blieb, soweit wir das bisher wissen können, ohne konkrete Ergebnisse. Allerdings sind auch die Befürchtungen, Trump könnte über die Köpfe der Ukrainer und Europäer hinweg Zugeständnisse an Putin machen, nicht eingetreten. Die Ukraine ist einem Waffenstillstand nicht näher gekommen, von Frieden ganz zu schweigen.
Wer ist Gewinner - und wer Verlierer - dieses Gipfels?
Gewinner dieses Treffens ist Putin. Erstens hat Trump ihm diplomatische Anerkennung auf höchster Ebene geschenkt, und zwar ohne jede Gegenleistung. Zweitens konnte er erneut verhindern, dass die USA zusätzliche Sanktionen gegen Russland verhängen, trotz des Ultimatums, das Trump Putin gestellt hatte.
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Welche Rolle können jetzt die Europäer – speziell Kanzler Merz – spielen?
Dieses Treffen hat erneut gezeigt, dass die Sicherheit Europas im Kern von uns Europäern selbst organisiert werden muss. Friedrich Merz ist es in der Vorbereitung des Treffens gelungen, eine sehr klare, gemeinsame Linie der Europäer zu finden. Darauf müssen wir aufbauen. Diplomatisch gilt es nun, Trump so eng wie möglich an Europa zu binden und zugleich Putin die Grenzen seines Handelns aufzuzeigen, indem er seine militärischen Ziele nicht erreicht.

Wie geht es idealerweise weiter?
Ein Ende des Krieges wird es nur geben, wenn Europa geschlossen agiert und zusammen mit USA den Druck auf Russland erhöht.
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Wie geht es im schlimmsten Fall weiter?
Wenn das Gegenteil passierte. Wenn die USA das Interesse an der Ukraine verlören, stattdessen Geschäftsbeziehungen mit Russland aufnähmen und die Europäer uneinig und unentschlossen wären.

Wie wahrscheinlich ist ein Waffenstillstand in den kommenden Wochen?
Putin hat kein Interesse an einem Waffenstillstand. Sein Ziel ist die Vernichtung der Ukraine und er glaubt, dass er dieses Ziel militärisch erreichen kann.





