Es sind noch nicht einmal die ersten 100 Tage für die schwarz-rote Koalition unter Friedrich Merz um – und doch hat sie mit Frauke Brosius Gersdorf die erste tragische Figur. Aus der renommierten Jura-Professorin und Staatsrechtlerin wurde in wenigen Wochen eine „ultralinke Aktivistin“, eine Befürworterin der Abtreibung bis zu Geburt, die einem ungeborenen Kind den Schutz absprechen wolle – weil sie sich dafür aussprach, die unter bestimmten Bedingungen ohnehin straffreie Abtreibung in den ersten zwölf Wochen aus dem Strafgesetzbuch zu holen.
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Hinzu kamen die Aktivitäten eines undurchsichtigen Plagiatsjägers. Und natürlich Teile des Internets, das bei ihrem Namen so richtig Puls bekommt. Die Folge: Eine beschlossene Personalie – Unions-Fraktionschef Jens Spahn hatte seinen SPD-Kollegen Matthias Miersch längst die Zusage gegeben, die CDU/CSU werde alle drei Kandidaten mitwählen – wurde von rechts-konservativen Kreisen unterlaufen. Inzwischen ist klar: Brosius-Gersdorf hat keine Chance mehr, von der Union gewählt zu werden. Ihre Kandidatur fällt den Shitstorms zum Opfer.
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Schonfrist für Friedrich Merz ist bald rum
Was fatal ist: Koordinierte Attacken von radikalen Abtreibungsgegnern, die mit Verleumdungen und Fakenews unterwegs sind, lassen die Besetzung des höchsten Gerichts platzen. Des Gerichts, das über unser Grundgesetz wacht und damit über unsere Demokratie.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Abgesehen davon: Wie will die Koalition die Legislatur überstehen, wenn Vereinbarungen der Fraktionschefs von Kampagnen und Shitstorms ausgehöhlt werden?
Nächste Woche, nach den ersten 100 Tagen, ist die Schonfrist für Friedrich Merz und seine Koalition rum. Es geht jetzt erst richtig los.












