Noch ist Ghislaine Maxwell nicht auf den Hund gekommen in ihrer Hafteinrichtung. Jeffrey Epsteins Gehilfin sitzt eine Haftstrafe von 20 Jahren ab, weil sie nach Überzeugung des Gerichts als Zuhälterin und Sex-Handlangerin für den Geschäftsmann fungiert hat. In das niedrigschwellige Gefängnis ist Maxwell nach einem ausgiebigen Gespräch mit US-Vize-Justizminister Todd Blanche kurzerhand verlegt worden. Also, auf den Hund gekommen ist sie noch nicht – aber was nicht ist, kann ja noch werden.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Das „Camp Bryan“ in Texas ist für Straftäterinnen reserviert, die nicht gewalttätig geworden sind. Aus der Vogelperspektive wirkt die Einrichtung wie eine umzäunte Drei-Sterne-Motelanlage. Zu den Besonderheiten des Camps gehören ein Sportplatz, ein Fitnessraum, Kunst- und Handwerkskurse sowie ein Theaterprogramm. Eine weitere Besonderheit: Die Insassinnen haben regelmäßig Kontakt mit süßen Welpen, die sie zu Assistenzhunden ausbilden dürfen.

Von Tallahassee nach Texas: Warum Ghislaine Maxwell verlegt wurde

Dass Ghislaine Maxwell, die samt und sonders auf eine Begnadigung durch Präsident Donald Trump setzt, im „Club Fed“ – so wird der Bryan-Knast in Anspielung auf die Hotelkette „Club Med“ genannt – untergebracht ist, hat laut US-Medien bereits zu bösem Blut geführt.

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Mitinsassinnen beklagen, dass eine Ermöglicherin von Pädophilie, die laut Urteil Hunderte teils minderjährige Frauen sexuell missbraucht hat, mit ihnen gemeinsam dort untergebracht ist. Julie Howell, 44, die eine einjährige Haftstrafe wegen Diebstahls verbüßt, sagte dem britischen „Telegraph“: „Alle Insassen, mit denen ich gesprochen habe, sind verärgert, dass Maxwell hier ist.“ Camp Bryan sei nicht für „gewalttätige Straftäter vorgesehen“, fügte sie hinzu. „Und Menschenhandel ist ein Gewaltverbrechen.“

Ghislaine Maxwell Transferred To Minimum Security Prison Camp In Texas
Das Camp Bryan ist für seine gehobenen Haftbedingungen bekannt.© Getty Images via AFP | Brandon Bell

Über andere prominente Insassinnen wird nicht so geredet – als da wären: Elizabeth Holmes, die milliardenschwere Gründerin von „Theranos”, einer Firma, die wegen Betruges mit Bluttests zu elf Jahren Freiheitsentzug verdonnert wurde. Auch Jen Shah, ehemalige Darstellerin der Reality-Show „Real Housewives of Salt Lake City“, ist hier einquartiert – ebenfalls ein großer Betrugsfall.

Ob Maxwell bereits auf die Damen getroffen ist beim Ausgang, ist unbekannt. Das Gelände umfasst insgesamt 37 Hektar, die Insassinnen sind in Schlafsälen untergebracht.

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Ein Gefängnishandbuch für das für 635 Verurteilte konzipierte Bryan-Gefängnis besagt, dass Ghislaine Maxwell khakifarbene Hemden und Hosen tragen und jeden Morgen um 6 Uhr aufstehen muss. Laut Pink Lady Prison Consultants, einer Interessenvertretung ehemaliger Häftlinge, müssen alle Gefangenen für Stundenlöhne zwischen 12 Cent und 1,15 Dollar pro Stunde arbeiten. Zu den angebotenen Bildungsprogrammen gehören Kurse in Betriebswirtschaft und Fremdsprachen. Besucher sind an Wochenenden und Feiertagen erlaubt, allerdings mit eingeschränktem Körperkontakt.

Als Maxwell, aus Tallahassee/Florida kommend, in Camp Bryan ankam, wurden die Mitgefangenen Berichten zufolge eingesperrt und die Jalousien geschlossen, um die in Florida mit Morddrohungen konfrontierte Milliardärs-Tochter unter dem Radar zu halten.

Wie lange das noch so geht? Niemand weiß es. Das gilt auch für Maxwells Benehmen. Wer seine Zelle nicht reinigt, seinen spezifischen Haft-Bereich während einer der fünf täglichen Zählungen verlässt oder die zentrale festgelegte Weckzeit verschläft, kriegt Ärger.