Am frühen Morgen des 7. Oktober 2023 ändert sich Emily Damaris Leben für immer. Die Hamas startet einen massiven Terrorangriff auf Israel und überwindet die Grenzbefestigungen. In Kibbutz Kfar Aza wird die damals 27-jährige Emily Zeugin grausamer Gewalt. Die Hamas-Terroristen stürmen ihr Haus, schießen ihr in die linke Hand und töten dabei ihren geliebten Hund Choocha. Eine weitere Kugel bleibt in ihrem rechten Bein stecken. Emily wird von den Angreifern verschleppt und erlebt 471 qualvolle Tage in Gefangenschaft in Gaza.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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In einem Interview mit der britischen „Daily Mail“ schildert Damari die Grausamkeiten und entmenschlichenden Zustände, die sie in dieser düsteren Zeit überleben musste. Ihre Geschichte ist nicht nur ein Zeugnis unfassbaren Leids, sie richtet einen eindringlichen Appell an die Weltpolitik: Auch ihre Mitgefangenen, die noch immer in den Händen der Hamas sind, brauchen Hilfe, betont sie in dem Gespräch.

7. Oktober 2023: Ein Morgen, der alles veränderte

Was als ein gewöhnlicher Tag in ihrem Kibbutz begann, endete für Emily Damari als Alptraum. Sie erzählt, wie ihr Nachbar Ziv Berman an ihre Tür klopfte, um sich zu vergewissern, dass sie in Sicherheit ist. Doch Sekunden später wurden beide von bewaffneten Hamas-Kämpfern bedroht. Damari erinnert sich an einen folgenschweren Moment, als die Terroristen ihren Hund Choocha vor ihren Augen töteten. Wie sie im Interview mit der „Daily Mail“ erzählt, wollte sie lieber sterben, als entführt zu werden. Sie griff erfolglos nach der Waffe eines Angreifers und flehte: „Erschieß mich! Erschieß mich!“

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Doch ihr Wunsch blieb unerfüllt – nicht aus Mitgefühl, sondern aus Kalkül. Die Entführer wollten sie lebend. Sie sagten, dass sie lebend mehr wert sei als tot, berichtet sie. Schwer verwundet durch Schüsse in ihre Hand und ihr Bein, begannen für Damari lange Monate der Qual.

Leben unter Hamas-Terror: „Wir haben einfach weiter überlebt“

Die heute 29-Jährige wurde anschließend ins Al-Shifa-Krankenhaus in Gaza gebracht. Ein Arzt, der sich Damari als „Dr. Hamas“ vorstellte, amputierte ihre beiden verletzten Finger und nähte die Nerven in ihrer Hand zusammen. In dem Krankenhaus begegnete sie einer anderen Geisel, Romi Gonen. Beide Frauen erkannten in der verzweifelten Lage eine letzte Zuflucht zueinander.

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Nachdem das Krankenhaus bei einem israelischen Luftangriff zerbombt wurde, wurde Emily Damari zusammen mit Ziv Berman in ein Haus eines Hamas-Mitglieds gebracht. Doch auch dort war sie nicht sicher: Das Gebäude wurde kurze Zeit später durch einen weiteren Angriff der israelischen Armee dem Erdboden gleichgemacht. Damari überlebte diesen Angriff nur knapp. Doch anstatt freigelassen zu werden, wie ihre Entführer versprochen hatten, brachte man sie in neue Gefangenschaft – diesmal tief unter die Erde.

In einem schmalen Käfig, umgeben von bewaffneten Hamas-Kämpfern, gab es kaum Luft und Licht. Sie traf dort erneut auf Gonen, die nun ihre ständige Gefährtin wurde. „Wir haben einfach weiter überlebt“, sagt Damari. Die Terroristen hatten das Sagen, die Bedingungen waren unmenschlich. „Es war stinkig, heiß, schwül, klamm. Daran gewöhnt man sich nicht“, sagt sie gegenüber der „Daily Mail“.

Emily verlangt Freilassung der letzten Geiseln

Im Januar 2025, nach 471 Tagen in der Gewalt der Hamas, wurde Emily Damari endlich freigelassen. Doch eine Rückkehr zur Normalität ist für sie undenkbar. Ihr Nachbar und Mitgefangener Ziv Berman sowie dessen Zwillingsbruder Gali sind weiterhin in Geiselhaft. Auch weitere 50 Geiseln sollen nach Angaben israelischer Sicherheitskräfte noch in Gaza festgehalten werden.

Emily Damari bei ihrer Freilassung im Januar 2025 (links).
Emily Damari bei ihrer Freilassung im Januar 2025 (links).© AFP | -

Damari berichtet mit Wut und Entschlossenheit: „Sie haben mir das Leben gerettet. Jetzt müssen sie das Gleiche für die letzten Geiseln tun.“ An Donald Trump und Benjamin Netanjahu richtet sie folgende eindringlichen Worte: „Kommt schon! Was dauert denn so lange?“

Für Emily Damari geht der Kampf weiter – diesmal nicht ums eigene Überleben, sondern für die Rettung der Zurückgebliebenen.„Sie sind wahrscheinlich in einem Käfig“, erzählt Emily gegenüber der „Daily Mail“. „Sie werden misshandelt. Es gibt nicht viel Wasser. Es ist wahrscheinlich unvorstellbar heiß für sie.“