Israels Krieg gegen den Terror der Hamas fordert immer mehr zivile Opfer, darunter auch viele Kinder. Das bringt die deutsche Außenpolitik in eine Zwickmühle. Reiht man sich ein in Erklärungen von Israelkritikern, von denen einige grundsätzlich israelkritisch eingestellt sind? Oder findet man eine eigene Rolle, die der besonderen Verantwortung Deutschlands in Bezug auf den Staat Israel gerecht wird?

Montag, Mittwoch, Freitag

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Friedrich Merz hat jedenfalls früh und deutlich Haltung gezeigt und Israel aufgefordert, mehr Rücksicht auf die Zivilbevölkerung zu nehmen. Das waren überraschende Töne, auch für Netanjahu. Jetzt geht es um Konsequenzen aus dieser Haltung. Denn eines muss auch der israelischen Regierung klar sein: So kann es nicht weitergehen.

Wenn Kinder unter den Augen der Weltöffentlichkeit an Hunger sterben, oder beim Versuch, an Nahrung zu gelangen, herrscht Handlungsbedarf. Treu an der Seite Israels zu stehen, darf nie ausschließen, dass man auch auf der Seite von Kindern steht, die vom Tode bedroht sind.

Auch interessant

Sichere Verteilung von Hilfsgütern: Israel braucht Hilfe

Es ist offensichtlich, dass nach dem Terror vom 7. Oktober und den Angriffen auf Gaza soviel Misstrauen und Hass zwischen Juden und Palästinensern gewachsen ist, dass eine sichere Verteilung von Hilfsgütern nicht mehr möglich ist. Ja, die Hamas verantwortet die Lage. Aber dieser Hinweis Israels darf nicht dazu führen, dass noch viel mehr Unschuldige sterben.

Jörg Quoos
Jörg Quoos ist Chefredakteur der Funke Zentralredaktion.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Israel braucht Hilfe und daher sollten Europa oder die USA schnell als Mittler einspringen und die Verteilung von Hilfsgütern in Absprache mit der Regierung übernehmen. Es gab schon kompliziertere Auslandseinsätze und tatkräftige Hilfe rettet schneller Leben als jede politische Erklärung.