Der Militärische Abschirmdienst (MAD) registriert eine Zunahme der Aktivitäten russischer Geheimdienste in Deutschland. „Wir reden über einen starken Anstieg der Fälle im Bereich der Spionage und hybrider Maßnahmen. Das Vorgehen ist massiver und auch aggressiver“, sagte Martina Rosenberg, Präsidentin des Militärischen Abschirmdienstes (MAD). „Sie gehen vor, wie wir es im Kalten Krieg kannten, und erweitern ihren Instrumentenkasten darüber hinaus.“

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Für Aufregung sorgten zuletzt unter anderem das mögliche Auskundschaften von Bundeswehr-Liegenschaften sowie wichtiger Teile der Infrastruktur in Deutschland, Sabotage an Versorgungsleitungen, Cyberangriffe über das Internet und auch das Überfliegen mit hochmodernen und gegen Störungen geschützten Drohnen. Oft ist auch gezielte Desinformation im Spiel – als Teil verschiedener und auch deswegen als hybrid bezeichneter Taktiken zur Destabilisierung. Auch Schiffe der Marine waren in den vergangenen Monaten schon Ziel mutmaßlicher Sabotageaktionen: Mal waren es durchtrennte Kabelbäume, mal Metallspäne in einem Antrieb, dann Öleintrag im Trinkwassersystem.
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MAD warnt: Personen mit russischen Wurzeln sollen angeworben werden
Innerhalb eines Jahres hat sich die Zahl der Vorfälle mit russischen Geheimdiensten verdoppelt. Russische Agenten reisen laut MAD über Drittstaaten nach Deutschland rein. Für ihre Kontaktnetzwerke nutzen russische Geheimdienstler dann auch die direkte Ansprache. „Sie versuchen, eine Beziehung oder Vertrauensbasis zu schaffen. Es besteht auch die Gefahr, dass Personen mit russischen Wurzeln, Spätaussiedler oder Menschen mit Beziehungen nach Russland gezielt angesprochen werden“, warnt Rosenberg.
Eine besondere Gefährdung kann entstehen, wenn deutsche Soldaten oder Doppelstaatler im Urlaub nach Russland oder in mit Russland verbündete Staaten einreisen. Sie könnten dort unter Druck gesetzt oder zur Zusammenarbeit gezwungen werden.
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MAD auch mit Schutz der Litauen-Brigade beauftragt
Zusätzliche Aufgaben hat der MAD mit dem laufenden Aufbau der Brigade Litauen, eines später bis zu 5.000 Männer und Frauen zählenden deutschen Kampfverbandes in dem baltischen Nato-Staat. Der Militärgeheimdienst erhält dafür erweiterte Befugnisse.
„Es ist kein Geheimnis – Deutschland ist als logistische Drehscheibe für die Nato-Truppenbewegungen und als aktiver Nato-Partner fest im Blickfeld ausländischer Nachrichtendienste“, sagte Rosenberg. Und: „Der beste Schutz gegen Spionage ist, diese Bedrohung ernst zu nehmen, aufmerksam auf Anzeichen zu reagieren sowie rechtzeitig die zuständigen Behörden zu informieren.“
Mehr rund um die Bundeswehr
Der MAD ist mit dem Schutz der Streitkräfte, der Abwehr von Extremisten sowie Sicherheitsüberprüfungen von Soldaten und Zivilbeschäftigten beauftragt. Er ist der kleinste der deutschen Nachrichtendienste, untersteht dem Verteidigungsministerium und hat seinen Sitz in Köln. Die Abwehr von Spionage und Sabotage ist wie in Zeiten der Ost-West-Konfrontation wieder zentrale Aufgabe.
jst/dpa









