Die Sparkasse Hannover hat Zahlungen auf das Konto des ehemaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder (81/SPD) offenbar eingeschränkt. Das berichtet die „Bild-Zeitung“. Hintergrund soll demnach Schröders Tätigkeit für das Unternehmen Nord Stream 2 sein – ein Tochterunternehmen des russischen Konzerns Gazprom.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Laut „Bild“ handelt es sich um ein Konto, das Schröder für seine Tätigkeiten als Verwaltungsratschef nutzt. Wie die Zeitung weiter schreibt, soll Schröder auf das Konto halbjährlich rund 200.000 Euro über Umwege aus Russland erhalten haben. Seit Mitte 2024 soll die Sparkasse die Überweisungen nicht mehr annehmen.

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Die Maßnahme könnte im Zusammenhang mit den verschärften Sanktionen gegen Russland stehen, die kurz nach Beginn des Angriffskrieges auf die Ukraine im Februar 2022 in Kraft traten. Schröder war in den vergangenen Jahren wiederholt wegen seiner Nähe zum Kreml und seiner lukrativen Posten bei russischen Energiekonzernen in die Kritik geraten. Der Bundestag entzog ihm infolgedessen bereits mehrere Privilegien, darunter die Finanzierung seiner Altkanzler-Büros.

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Gerhard Schröder ist bislang auf keiner Sanktionsliste

Von Schröder selbst gibt es bislang keine öffentliche Stellungnahme zu dem Vorfall. Die juristische Grundlage für die Maßnahme ist nicht eindeutig. Zwar können Banken in Einzelfällen Geschäftsbeziehungen beenden, wenn sie Risiken etwa im Bereich Geldwäsche oder Sanktionsverstößen sehen. Ob dies im Fall Schröder gerechtfertigt ist, bleibt jedoch unklar. Laut „Bild“ fürchtet die Bank, mit den Überweisungen gegen US-Sanktionen zu verstoßen, dann hätte sie die Zahlungen allerdings schon vor 2024 einstellen müssen. Schröder selbst steht auf keiner Sanktionsliste.

Gerhard Schröder war von 1998 bis 2005 Bundeskanzler einer rot-grünen Regierung und wechselte nach seiner Amtszeit in die Aufsichtsräte verschiedener russischer Energiekonzerne. Trotz massiver Kritik hält er bis heute an seiner Haltung gegenüber Russland und an seiner Freundschaft zu Kreml-Herrscher Wladimir Putin fest.

FMG