Julia Klöckner hat in den ersten Wochen ihrer Amtszeit viele gegen sich aufgebracht. Bei der Generaldebatte im Bundestag hat die Bundestagspräsidentin jedoch unter Beweis gestellt, dass sie die Auseinandersetzung nicht scheut, um in einem polarisierten Parlament eine faire Debattenkultur aufrechtzuerhalten.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Als AfD-Chefin Alice Weidel während der Rede von Unionsfraktionschef Jens Spahn unaufhörlich dazwischen schimpfte und auch nach einer Ermahnung Klöckners keine Ruhe gab, drohte ihr die Parlamentschefin kurzerhand mit Rauswurf. Klöckner ist streitbar, sie scheut die klare Kante nicht. Das ist auch eine Stärke.
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Kritik an Klöckner: Konservativ, umstritten – und unter Beobachtung
Als zu konservativ, zu parteiisch empfinden viele Abgeordnete von Grünen und Linken sowie manche in der SPD die Parlamentschefin. Mehrfach bekamen Parlamentarier der Linken Ärger mit Klöckner, als die etwa wegen politischer Botschaften auf T-Shirts streng auf die Kleiderordnung im Hohen Haus pochte. Misstrauen schlägt Klöckner zudem entgegen, weil sie als Oppositionspolitikerin bisweilen mit dem ganz groben Hammer zuschlug.
Enttäuschung und Wut löste die Christdemokratin besonders in der queeren Community mit der Entscheidung aus, zum Christopher Street Day nicht die Regenbogenflagge am Bundestag zu hissen. Rückwärtsgewand und kleinlich wirkte, dass sie der queeren Gruppe der Parlamentsverwaltung die Teilnahme an der Berliner Pride-Parade untersagte.

Klöckner ist umstritten, sie bietet Angriffsflächen. Ob sie einmal als gute Besetzung für eins der höchsten Staatsämter des Landes gesehen werden wird, ist noch nicht entschieden. Mit ihrem Auftritt am Mittwoch könnte sie aber einige Kritiker versöhnt haben.





