In Saudi-Arabien nimmt die Zahl der Hinrichtungen laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International auf „erschreckende Weise“ zu. In einem am siebten Juli veröffentlichten Bericht heißt es, dass unter den in den vergangenen Jahren hingerichteten Menschen viele ausländische Staatsangehörige seien, die wegen Drogendelikten verurteilt wurden. Besonders betroffen waren Menschen aus Pakistan, Syrien, Jordanien, dem Jemen, Ägypten und Somalia.

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Kristine Beckerle, bei Amnesty International für die Region zuständig, erklärte: „Wir erleben einen wahrhaft entsetzlichen Trend, in dem ausländische Staatsbürger in erschreckendem Tempo hingerichtet werden für Verbrechen, für die niemals die Todesstrafe vorgesehen sein sollte.“ Das Land wolle zwar weltweit ein „progressives Image“ vermitteln, tatsächlich stehe dahinter jedoch eine „düstere und tödliche Realität“.

Das „progressive Image“ dürfte für Saudi-Arabien auch wegen der Fußball-Weltmeisterschaft wichtig sein, die 2034 in dem Land ausgetragen werden soll. Die Vergabe der WM ist bereits international umstritten, insbesondere wegen der Menschenrechtslage im Land. 

WM-Gastgeber: Saudi-Arabien richtet Menschen wegen Drogendelikten hin

Zwischen 2014 und Mitte dieses Jahres wurden in Saudi-Arabien etwa 1.800 Menschen hingerichtet. Nach Angaben von Amnesty entfiel fast ein Drittel dieser Fälle auf Drogendelikte. Drei Viertel der in diesem Zusammenhang Verurteilten waren demnach ausländische Staatsangehörige. Im Juni dieses Jahres allein wurden 46 Menschen hingerichtet, davon 37 wegen Drogendelikten.

Die Todesstrafe wird in Saudi-Arabien auch unabhängig von Drogendelikten weiterhin vollstreckt. So wurde in diesem Jahr zum Beispiel der Journalist Turki al-Jassir hingerichtet, der laut der Menschenrechtsorganisation ALQST 2018 festgenommen wurde. Al-Jassir hatte sich mit Themen wie Frauenrechten und Korruption beschäftigt. Ihm wurden ALQST zufolge unter anderem „Terrorismus“ und die Gefährdung der nationalen Sicherheit vorgeworfen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Im vergangenen Jahr gab es in Saudi-Arabien 345 Hinrichtungen – so viele wie seit mehr als drei Jahrzehnten nicht, wie Amnesty berichtet. Die Regierung hatte zuvor angekündigt, die Todesstrafe in einigen Fällen nicht mehr anzuwenden. Trotz Bemühungen, das Land für Touristen und Investoren zu öffnen, steht Saudi-Arabien wegen dieser Praxis international in der Kritik.

emi/dpa