- China will Taiwan einnehmen
- Dabei könnte Wladimir Putin behilflich sein, meint NATO-Chef Mark Rutte
- Er warnt Europa vor den Folgen eines russischen Ablenkungsmanövers
NATO-Generalsekretär Mark Rutte (58) hat der „New York Times“ ein Interview gegeben – und darin eine düstere Prophezeiung verkündet. Demnach sei es für den Niederländer vorstellbar, dass China unter Xi Jinping und Russland unter Wladimir Putin parallel angreifen. Und das würde nichts anderes als den Ausbruch des Dritten Weltkriegs bedeuten.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Rutte erklärte gegenüber dem US-amerikanischen Blatt: „Seien wir nicht naiv: Wenn Xi Jinping Taiwan angreifen würde, würde er zunächst seinen sehr jungen Partner in dieser Angelegenheit, Wladimir Putin, der in Moskau residiert, anrufen und ihm sagen: ‚Hey, ich werde das tun, und du musst sie in Europa beschäftigen, indem du Nato-Gebiet angreifst.‘“
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Laut Rutte gibt es zwei Dinge, die China und Russland davor abschrecken könnten: „Zum einen muss die Nato kollektiv so stark sein, dass die Russen das niemals tun werden. Und zum anderen müssen wir im Indopazifik zusammenarbeiten – etwas, das Präsident Trump stark fördert, weil wir diese enge Verbindung haben.“ Im Indopazifik tritt die US-Rivalität mit China mittlerweile immer deutlicher zu Tage.
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China und Russland: Wieso die Länder angreifen könnten
China betrachtet das demokratische und selbstverwaltete Taiwan als abtrünnige Provinz, die wieder mit dem Festland vereinigt werden soll – notfalls mit militärischer Gewalt. In den vergangenen Jahren hielt China immer wieder große Militärmanöver rund um die Insel ab.
Erst im Juni hatte Bruno Kahl, Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), seine Warnung vor einem möglichen Angriff Russlands auf Nato-Gebiet erneuert. Er betonte dabei in einem Podcast, dass Moskau dafür „keine großen Bombenangriffe fliegen“ müsse. Kahl bezeichnete das Szenario als „kleine grüne Männchen“: russische Spezialkräfte ohne Hoheitszeichen, die in baltische Länder vordringen – unter dem Vorwand, russische Minderheiten zu schützen. Auch beim seit Februar 2022 laufenden Überfall auf die Ukraine diente eine angebliche Bedrohung Russlands als Vorwand für die groß angelegte Invasion.

Dmitri Medwedew hatte für die Rutte-Aussagen hingegen nur eine spöttische Antwort übrig. Der treue Gefolgsmann Putins schreibt bei X: „Rutte hat eindeutig zu viele der von den Niederländern geliebten Zauberpilze zu sich genommen. Er sieht eine Absprache zwischen China und Russland bezüglich Taiwan und dann einen russischen Angriff auf Europa. Aber in einer Sache hat er recht: Er sollte Russisch lernen. Das könnte ihm in einem sibirischen Lager nützlich sein.“
SG Rutte has clearly gorged on too many of the magic mushrooms beloved by the Dutch. He sees collusion between China & Russia over Taiwan, and then a Russian attack on Europe. But he's right about one thing: he should learn Russian. It might come in handy in a Siberian camp
— Dmitry Medvedev (@MedvedevRussiaE) 5. Juli 2025
Putins Angriffe auf Ukraine gehen weiter
Russland hat erst wieder in der Nacht zu Montag die Ukraine mit Angriffen aus der Luft überzogen. In der Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer wurde nach Angaben des Militärgouverneurs Oleh Kiper ein Mann getötet und zivile Infrastruktur beschädigt. Auch in der Region Cherson im Süden des Landes kam ein 35-Jähriger bei einem Drohnenangriff ums Leben, wie Militärgouverneur Olexander Prokudin dort mitteilte. Der Mann sei bei einem Angriff auf einen Traktor bei der Stadt Beryslaw tödlich verletzt worden.
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In der nordostukrainischen Stadt Charkiw wurden Bürgermeister Ihor Terechow zufolge 27 Menschen bei den nächtlichen Drohnenattacken verletzt, darunter drei Kinder. Die Angriffe trafen demnach Wohnhäuser in zwei Stadtteilen.
dw/dpa/AFP












