Nach dem US-Militärschlag gegen drei iranische Atomanlagen droht Teheran mit Vergeltung. Der Iran will „mit allen notwendigen Mitteln“ auf die amerikanischen Angriffe reagieren, erklärte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi. Die USA hätten „eine sehr dicke rote Linie“ überschritten und die Diplomatie „in die Luft gesprengt“. An diesem Montag will sich Araghtschi in Moskau mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin treffen.

Insbesondere die US-Stützpunkte im Nahen Osten dürften nun ins Visier der Iraner geraten. Amerika hat rund 40.000 Soldaten in der Region stationiert. Die Basen befinden sich in Kuwait, Katar, Bahrain, im Irak, in Syrien, Jordanien, Saudi-Arabien und in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Bereits mit seinen Kurzstreckenraketen vom Typ Fateh-110 und Shahab-1 (jeweils 300 Kilometer Reichweite) könnte der Iran die wichtigsten US-Stellungen treffen.

Im Luftwaffenstützpunkt Al Udeid in Katar befinden sich rund 10.000 amerikanische Kräfte. In der Marinebasis Naval Support Activity in Bahrain, Heimat der Fünften US-Flotte, sind rund 9000 Angehörige des militärischen und zivilen Personals untergebracht. Das Camp Buehring in Kuwait kann bis zu 14.000 Kräfte aufnehmen. Sollten dem Iran die Kurzstreckenraketen ausgehen, könnte er auf ein Arsenal aus Mittelstreckenraketen zurückgreifen: die Fateh-313 und die Shahab-2 (Reichweite jeweils 500 Kilometer), die Zolfaghar (Reichweite 700 Kilometer) und die Qiam-1 (Reichweite 800 Kilometer).

Irans mächtige Waffen: Raketen mit Reichweite von jeweils 2000 Kilometern
Darüber hinaus besitzt der Iran Mittelstreckenraketen vom Shahab-3, Chorramschahr und Chorramschahr-4. Die Geschosse verfügen über eine Reichweite von jeweils 2000 Kilometern. Damit könnten alle US-Stützpunkte in der Region sowie jeder Ort in Israel getroffen werden – zum Beispiel auch die US-Militärbasis Tower 22 im Nordosten Jordaniens. Im Januar 2024 feuerte die vom Iran unterstützte schiitische Miliz Islamischer Widerstand im Irak eine Drohne auf die Stellung Tower 22 ab. Durch die Explosion wurden drei amerikanische Soldaten getötet und 47 verletzt.
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Nach Schätzungen der US-Denkfabrik Center for Strategic and International Studies soll der Iran vor Kriegsbeginn maximal 3000 Raketen besessen haben. Dabei sind auch Fluggeschosse mit geringerer Reichweite berücksichtigt. Effektiv soll das Regime bis zu 1000 Raketen, darunter auch ballistische Raketen und Hyperschallraketen, zur Verfügung gehabt haben.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Die Frage ist, wie viele Raketen der Iran übrighat und wie viele er in welcher Zeit nachproduzieren kann. Trotz des schwindenden Bestandes soll das Mullah-Regime erstmals einen neuen Raketentyp bei Attacken auf Israel eingesetzt haben. Das iranische Militär habe sogenannte Sedschil-Raketen mit einer Reichweite von mindestens 2000 Kilometern abgefeuert, hieß es in einer Erklärung der Revolutionsgarden. Der Raketentyp gehört zur modernsten Generation des iranischen Raketenarsenals. Wegen ihres Feststoffantriebs sind die Raketen deutlich schneller einsatzbereit und schwerer zu orten als flüssig betriebene Systeme.






