Israel kontra Iran – ein Showdown liegt in der Luft. Und Donald Trump allein will die Spielregeln festlegen. Diplomatische Last-Minute-Lösung oder amerikanische Bunkerbomben auf Teherans wichtigste Atomanlage? Nachdem der US-Präsident abrupt den G7-Gipfel in Kanada verlassen hat und in Washington Kriegsrat hält, stehen die Signale auf Eskalation. Trump fordert auf seinem Kommunikationsportal „Truth Social“ von Teheran die „bedingungslose Kapitulation“. Die wichtigsten Aspekte im Überblick:
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Was will Trump?
Auf dem Rückflug aus Kanada sprach er von einem „echten Ende“ für das Atomprogramm Teherans, das er anstrebe. Auch eine „völlige Aufgabe“ sei „in Ordnung“. Was genau damit gemeint war? Offen. Zum Thema Regime-Change (die gewaltsame Entfernung der Mullah-Führung) äußerte er sich zunächst nicht. Am Dienstagmittag dann seine Forderung nach bedingungsloser Kapitulation - und eine versteckte Drohung gegen Religionsführer Ajatollah Ali Khamenei. Man wisse, wo sich der „supreme leader“ verstecke. Er sei ein „einfaches Ziel“, aber sicher. „Wir werden ihn nicht töten, jedenfalls nicht im Moment.“ Botschaft: Sollte der Iran weiter Raketen auf israelische Zivilisten oder US-Soldaten abfeuern, könnte der 86-Jährige ins Visier genommen werden. Trumps Warnung: „Uns geht die Geduld aus.“
Wo und mit wem wird Trump die nächsten Schritte planen?
Trump hat im „Situation Room“ des Weißen Hauses seit 13 Uhr den Nationalen Sicherheitsrat einbestellt. Mit den Spitzen von Militär und Geheimdiensten wird debattiert. Neben Außenminister Marco Rubio, Vizepräsident J. D. Vance, ein bekennender Isolationist, der zur Vorsicht im Nahen Osten mahnt, und Dan Caine, Trumps neuem Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs aller Militär-Gattungen, soll erörtert werden, wie Trumps wichtigstes Ziel zeitnah erreicht werden kann: „Der Iran darf keine Atombombe haben.“ Vize-Präsident Vance deutete an, in welche Richtung es gehen kann: „Er könnte entscheiden, dass er mehr machen muss, um Irans Uran-Anreicherung zu stoppen.“

Was sind Trumps Prioritäten?
Die Sicherheit von über 40.000 US-Soldaten im Nahen Osten. Sollte der Iran US-Stützpunkte angreifen, werde die Antwort „absolut hart“ sein, sagte Trump. Zweiter Punkt: militärische Rückendeckung für Israel, wichtigster US-Partner in der Region. Trump redet nicht offen von einem militärischen Eingreifen, er bereitet sich aber auf Eventualitäten vor: ein zweiter Flugzeugträger für den Nahen Osten, dutzende Tankflugzeuge, um im Bedarfsfall schnell einsatzfähig zu sein.
Wie ist die Tonlage?
Nach der Hals-über-Kopf-Abreise vom G7-Gipfel zeigte sich Trump dünnhäutig nach Äußerungen von Präsident Emmanuel Macron. Der Franzose hatte erklärt, dass Trump einen Waffenstillstand zwischen Teheran und Tel Aviv anstrebe. Trumps Konter: Macron habe keine Ahnung und verstehe immer alles falsch. Es gehe um etwas „viel Größeres“. Was, sagte er bisher nicht.
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Warum hat Trump 15 Millionen Einwohner im Großraum Teheran zur Flucht aufgerufen?
Unklar. Kann aber nur so verstanden werden, sagen US-Experten, dass sich Trump präventiv zu Wort melden wollte, sollten die Angriffe Israels eskalieren und massenhaft Zivilisten betreffen.
Wie tritt Trump auf?
Zunehmend unleidlich und ungeduldig. Nach wochenlangen Appellen an Teheran, am Verhandlungstisch eine Aufgabe der militärisch nutzbaren Atom-Ambitionen zu verhandeln (das Weiße Haus verbreitete dazu eine Übersicht von 40 Statements im Wahlkampf und 15 seit Amtsantritt), sagt er jetzt: „Ich bin nicht gerade in der Stimmung zu verhandeln.“ Mit anderen Worten: Trump will dem Iran diktieren, was zu passieren hat. Und er akzeptiert nicht, dass Teheran die Einstellung israelischer Angriffe zur Voraussetzung für Verhandlungen macht. Er will die Kapitulation.
Und wenn Teheran stur bleibt?
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu will, dass die USA ihm den „goldenen Schlüssel“ zum iranischen Atomprogramm liefern – sprich die Ausschaltung der in 90 Meter Tiefe liegenden Atomanlage Fordo durch Bunkerbrecher-Bomben, die nur die Amerikaner besitzen und einsetzen können. Netanjahus Bewertung: Fällt Fordo, verliert der Iran die zentrale Säule seines Atomprogramms – und vielleicht sogar sein Mullah-Regime. Trump ist von Experten umgeben, die dem im Prinzip zustimmen.

Warum zögert Trump noch?
Mit der Bombardierung von Fordo würden die USA aktiv an der Seite Israels in den Krieg eintreten, was Trump bisher stets weit von sich gewiesen hat. Erstens: Weil er im Wahlkampf fest versprochen hat, Amerika aus Kriegen herauszuhalten, die nicht unmittelbar die USA tangieren. Zweitens: Weil an seiner Maga-Wählerbasis große Turbulenzen herrschen. Wichtige Multiplikatoren (Tucker Carlson, Steve Bannon etc.) prophezeien, dass Trump sich politisch sein Grab gräbt, wenn er gegen den Iran in den Krieg zieht. Letzter Punkt: Gesetzlich kann nur der Kongress die Befugnis erteilen. Abgeordnete planen gerade eine parteiübergreifende Initiative. Sie soll Trump zwingen, vor einem etwaigen Angriff auf Teheran das Plazet des Parlaments einzuholen. Es könnte sein, dass Trump die demokratischen Abläufe ignoriert.
Wird also gar nicht mehr verhandelt?
Noch in dieser Woche soll ein Treffen zwischen Trumps Sondergesandtem Steve Witkoff und dem iranischen Außenminister Abbas Araghchi stattfinden; ein letzter Versuch, von Teheran das entscheidende Zugeständnis zu bekommen: das Ende des Atomprogramms.
Wie ist die aktuelle Lage?
Israel hat inzwischen rund ein Dutzend hoher Militärs töten lassen. Netanjahu fühlt sich überlegen. Er spielt weiter mit dem extremen Gedanken, den obersten Religions-Führer des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, töten zu lassen. Trump blockiert das bislang. Der Iran antwortet seit fünf Tagen mit ballistischen Raketen. Beide Seiten melden wachsende Opferzahlen. Nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums wurden bei israelischen Angriffen bisher mindestens 224 Menschen getötet und mehr als 1400 verletzt. In Israel gab die Regierung mindestens 24 Tote und etwa 600 Verletzte bekannt.
News aus den USA
Wie hoch ist der Unsicherheitsfaktor bei dem, was Trump sagt?
Sehr hoch. Der Präsident gefällt sich in kryptischen Äußerungen (Evakuierungsaufruf für Teheran), Maximalforderungen (Ein-für-alle-Mal-Ende des iranischen Atomprogramms) und Drohgebärden (Erhöhung der militärischen US-Präsenz im Nahen Osten). Was davon real ist und was Bluff, bleibt offen. Zur Stunde weiß niemand, wie die jüngste Eskalationsschleife endet. Am Dienstagabend (deutscher Zeit) sprechen manche Indizien für ein militärisches Eingreifen der USA.







