Nach der erneuten Eskalation zwischen Israel und dem Iran ist der Flugverkehr im Nahen Osten zum Erliegen gekommen: Vier Tage nach dem ersten Beschuss auf iranische Atomanlagen sind immer noch keine Linienflüge über Israel und dem Iran zu sehen. Auch der Luftraum zwischen beiden Länder, in Syrien und dem Irak, scheint laut Trackingportalen wie „Flightradar24“ dicht. Nur von und nach Jordanien fliegen Maschinen, die in Riad oder Istanbul starten oder landen. Auch der Flughafen Beirut (Libanon) scheint vereinzelt wieder angesteuert werden.

Montag, Mittwoch, Freitag

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Und so bangen nicht nur Prominente wie ZDF-Fernsehgartenmoderatorin Andrea Kiewel um die Ausreise, sondern auch deutsche Urlauber. Das Auswärtige Amt will deutsche Bürger nun über dessen Nachbarland Jordanien ausfliegen. Am kommenden Mittwoch soll es zur Mittagszeit einen Charterflug aus der jordanischen Hauptstadt Amman nach Frankfurt geben, wie das Ministerium mitteilte. Betroffene müssen demnach eigenständig die Reise aus Israel nach Amman auf dem Landweg organisieren. Der Flug aus Jordanien sei kostenpflichtig. Informationen zur Platzreservierung und andere Details will das Auswärtige Amt später bekanntgeben. Ein Direktflug aus Israel sei wegen der Schließung des Luftraums weiterhin nicht möglich, hieß es.

Um nach Jordanien zu gelangen, können Bundesbürger mehrere Grenzübergänge nutzen. Deutsche brauchen für die Einreise nach Jordanien ein Visum, das in der Regel online beantragt wird. „In der aktuellen Sondersituation erteilen die jordanischen Grenzbehörden im Einzelfall auch ‚visa on arrival‘ direkt an der Grenze“, teilte das Auswärtige Amt mit. Das Ministerium erklärte weiter, auch eine eigenständig organisierte Ausreise über Israels Nachbarland Ägypten sei möglich. „Für alle Fahrten gilt, dass Sie diese nur nach Abwägung aller Risiken antreten sollten und dabei insbesondere auf die Empfehlungen des israelischen Zivilschutzes achten.“

Die Bundesregierung hatte zuvor angekündigt, Optionen für eine mögliche Evakuierung deutscher Bürger aus Israel zu prüfen. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes erkundigen sich immer mehr Menschen nach Ausreisemöglichkeiten.

Auch interessant

Reise in Golfregionen: Das bedeuten die Warnungen

Nach wie vor ist das Drehkreuz der Region, der Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv, geschlossen – die Webseite des Airports ist nicht erreichbar. Hamburgs Parlamentspräsidentin Carola Veit, die bis dato in Israel verweilte, versuchte es unterdessen auf dem Landweg. Sie befinde sich auf dem Weg nach Jordanien, sagte eine Sprecherin der Bürgerschaftskanzlei.  „Zum Glück stellte die jordanische Regierung innerhalb von Stunden per Mail die benötigten Papiere aus. Ich hoffe, wir können rasch über Amman eine Flugverbindung, vielleicht über Saudi-Arabien, bekommen“, sagte sie dem Hamburger Abendblatt, das wie diese Redaktion zur Funke Mediengruppe gehört. 

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von X, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.
Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Nach den gegenseitigen Luftangriffen hatte das Auswärtige Amt von allen nicht notwendigen Reisen in die gesamte Golfregion abgeraten. Die Reisehinweise im Internet wurden für folgende Staaten entsprechend geändert: Vereinigte Arabische Emirate mit dem beliebten Urlaubsort Dubai, Saudi-Arabien, Bahrein, Katar, Kuwait, Oman und Jordanien. Für ganz Israel hatte das Ministerium seine Reisewarnung ausgesprochen. Das ist eine noch höhere Alarmstufe für Länder, in denen eine Gefahr für Leib und Leben besteht. Auch das bedeutet aber kein Reiseverbot. 

Für den gesamten Iran und den Jemen gab es schon vor der aktuellen Eskalation der Lage eine Reisewarnung. Dasselbe gilt für Teile des Libanons und des Iraks. Für diese beiden Länder rät das Auswärtige Amt auch grundsätzlich von Reisen ab. Einziger Anrainerstaat Israels, der von einer solchen Warnung bislang ausgenommen wurde, ist somit Ägypten.

Auch interessant

Reisende sollte sich an Veranstalter wende

Vor dem Hintergrund der verschärften Hinweise rät der Deutsche Reiseverband (DRV), sich vor geplanten Reisen nach Dubai oder in andere Regionen am Persischen Golf mit seinem Reiseveranstalter in Verbindung setzen. Die Unternehmen der Reisewirtschaft beobachteten die Situation intensiv und seien über den Reiseverband in engem Austausch mit dem Auswärtigen Amt, um schnellstmöglich auf Veränderungen reagieren zu können, teilt eine DRV-Sprecherin mit. Die Sicherheit der Gäste habe oberste Priorität. Reisende, die eine Pauschalreise eines Veranstalters gebucht haben, könnten sich auf das gut funktionierende Sicherheitsmanagement der Anbieter verlassen.

Sollten Reisen aufgrund der Situation nicht durchgeführt werden können, werden Gäste, die ihre gebuchte Reise noch nicht angetreten haben, aktiv vom Reiseveranstalter informiert. „Sie haben die Möglichkeit, kostenfrei auf ein anderes Zielgebiet oder einen anderen Zeitraum umzubuchen“, so die Sprecherin. Im Stornierungsfall erhielten sie bereits gezahlte Gelder zurück. 

Für Pauschalurlauber vor Ort gilt: Sollten vorzeitige Rückreisen aus den Zielgebieten notwendig sein, kümmern sich die Reiseveranstalter mit ihren Teams vor Ort um ihre Gäste, organisieren Transfers und Flüge zurück nach Deutschland. Der DRV vertritt viele Reisebüros und Veranstalter.

Auch interessant

Israel will Staatsbürger bald zurückholen

Unterdessen sollen israelische Fluglinien Medienberichten zufolge in den kommenden drei Tagen damit beginnen, Zehntausende im Ausland gestrandete Israelis in die Heimat zu bringen. Das berichtete unter anderem die Nachrichtenseite „ynet“ unter Berufung auf Kreise des Verkehrs- sowie des Verteidigungsministeriums. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür zunächst nicht. 

Der „Jerusalem Post“ zufolge sind knapp 150.000 Israelis betroffen. Neben privaten Fluggesellschaften soll eine israelische Reederei dabei helfen, Menschen per Schiff nach Israel zu bringen, wie es in dem Bericht unter Berufung auf Verkehrsministerin Miri Regev weiter hieß. Das Land wolle sich zugleich darum kümmern, Ausländer aus Israel herauszubringen.

Auch interessant

Israels größte Fluggesellschaft El Al nimmt unterdessen Anmeldungen von gestrandeten Kunden entgegen, deren Flüge nach Israel wegen der Sperrung des Luftraums in den vergangenen Tagen gestrichen worden sind. Wegen des Kriegs mit dem Iran gibt es derzeit keine Flüge in und aus dem Land.

daw, dpa