Bei dem israelischen Luftangriff auf den Iran sind auch zwei iranische Top-Militärs getötet worden. Der Kommandeur der Revolutionsgarden, Generalmajor Hussein Salami, kam bei einer Attacke auf das Hauptquartier des Oberkommandos der Revolutionsgarden ums Leben. Auch der iranische Armeechef Mohammed Bagheri wurde bei dem Angriff getötet.

Montag, Mittwoch, Freitag
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Der 65-jährige Generalmajor Salami war als Chef der Revolutionsgarden einer der einflussreichsten Männer des Mullah-Regimes. Die Revolutionsgarden sind Irans Elitestreitmacht und weitaus mächtiger als die regulären Streitkräfte. In den vergangenen Jahrzehnten wurden sie nicht nur militärisch hochgerüstet, sie haben auch ihren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Einfluss ausgebaut. Salami hatte bereits im iranisch-irakischen Krieg von 1980 bis 1988 gekämpft.
Auch interessant
Nach einem Studium in Militärmanagement trat er in die Revolutionsgarden ein, 2019 wurde er deren Kommandeur. Erst vor wenigen Tagen feierte Salami einen Erfolg des iranischen Nachrichtendienstes: Agenten hätten in Israel sicherheitsrelevante Geheimdokumente etwa zur israelischen Atomtechnologie aufgespürt. Damit seien Mutmaßungen über eine Schwächung des Iran in der Region widerlegt, behauptete der General.
Armeechef Bagheri besetzte einst US-Botschaft
Armeechef Bagheri war Geheimdienstexperte, hatte ebenfalls Kriegserfahrung und bekämpfte schon als Student die USA: Als Chef des Generalstabs koordinierte der 65-Jährige die Aktivitäten der regulären Armee und der Revolutionsgarde. Als Student war er 1979 am Sturm auf die US-Botschaft in Teheran beteiligt, schon ein Jahr später trat er den Revolutionsgarden bei. Er absolvierte ein Ingenieursstudium und promovierte später in politischer Geografie.
- Um Vorurteile abzubauen: Jüdin lernt Arabisch – „Sie dachten, ich sei vom Geheimdienst“
- FUNKE Podcast: Nahost in der Sackgasse von Gewalt und politischem Versagen
- Geologe liefert Analyse: Tunnel-Experte hält Gazastreifen für langfristig unbewohnbar
- WHO: Gesundheitswesen im Gazastreifen dem Zusammenbruch nahe
Bagheri kämpfte in den Revolutionsgarden im verlustreichen iranisch-irakischen Krieg. In den vergangenen Jahren machte Bagheri unter anderem deshalb von sich reden, weil er auch jene Armeegliederungen befehligt hatte, die für die Lieferung von Drohnen an Russland verantwortlich war. Er war auch derjenige, der bekanntgab, dass Iran sein ballistisches Raketenprogramm vorantreiben werde, „sowohl in Bezug auf Quantität als auch Qualität“. Es sind jene Raketen, die vor allem Israel bedrohen. Doch hatte Bagheri auch die Vertreibung der US-Truppen aus dem Nahen Osten zum Ziel erklärt.






