Als Staatsoberhaupt Kanadas war König Charles III. am Dienstag die Aufgabe zugeteilt, die Ansprache zur Eröffnung des kanadischen Parlaments zu halten. Das fast zehn Millionen Quadratkilometer große Land nördlich der USA hatte in der jüngeren Vergangenheit einige Herausforderungen zu meistern, seit Donald Trump wieder das Amt des Präsidenten bekleidet. Obwohl der britische König Trump nicht beim Namen nannte, wurde deutlich, über wen er sprach – und warum er die Unabhängigkeit Kanadas besonders betonte.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Vor Antritt seiner Reise, die der König in Begleitung von Königin Camilla unternahm, war bereits darüber spekuliert worden, ob er Trump wohl in seine Schranken weisen würde. Der US-Präsident hatte wiederholt deutlich gemacht, dass er Kanada zum 51. Bundesstaat der USA machen wolle. Doch die kanadische Bevölkerung hat daran überhaupt kein Interesse.

König Charles‘ Rede: Kanada stemmt sich gegen Trump

Zudem betreibt er eine aggressive Zollpolitik gegen das Nachbarland. Viele Kanadier beklagten, dass der Protest ihres Staatsoberhauptes bislang ausgeblieben war. Zu politischen Ereignissen darf sich Charles allerdings nur äußern, wenn ihm Kanadas Premierminister Mark Carney dazu den Auftrag erteilt. Dies war nun offenbar geschehen. Wie die „Washington Post“ über die Parlamentseröffnung schreibt, sei die Rede von Carneys Büro verfasst worden.

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In der Ansprache betonte der britische König die Werte Kanadas: Demokratie, Pluralismus, Rechtsstaatlichkeit, Selbstbestimmungsrecht und Freiheit. Die kanadische Regierung sei entschlossen, diese Werte zu verteidigen, zitiert der Deutschlandfunk aus König Charles‘ Rede. Es waren entschlossene Worte, die jedoch ein düsteres Bild vom Zustand der Welt zeichneten.

„Die Welt ist gefährlicher und unsicherer als je zuvor seit dem Zweiten Weltkrieg. Kanada steht vor Herausforderungen, die es in unserem Leben noch nie gegeben hat“, sagte Charles III. Das System des offenen Welthandels sei zwar bislang nicht perfekt gewesen. Es habe den Kanadiern aber jahrzehntelang Wohlstand beschert. Nun verändere es sich, so der König und fügte hinzu: „Auch Kanadas Beziehungen zu seinen Partnern verändern sich.“

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Kanada strebt Handelsabkommen mit den USA an

Kanada wolle versuchen, ein Handels- und Sicherheitsabkommen mit den USA auszuhandeln. Betont wurde aber auch Carneys Versprechen, den wirtschaftlichen Einfluss der USA auf Kanada zu überwinden. Kanada ist stark von Waren aus seinem Nachbarland abhängig. Beide Länder sind die wichtigsten Handelspartner des jeweils anderen.

„Indem Kanada seinen kanadischen Werten treu bleibt, kann es neue Allianzen und eine neue Wirtschaft aufbauen, die allen Kanadiern dient“, sagte der König, der Kanada zum ersten Mal seit seiner Thronbesteigung besucht hatte.

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Königspaar wurde im Senat von Ehrengarde empfangen

Im Anschluss an das Zeremonielle fuhren Charles und Camilla in einer von 28 Pferden gezogenen Kutsche zum Senatsgebäude. Der König hatte seine Ansprache an einem alten Bahnhof, in einem improvisierten Senat gehalten. Begleitet worden war ihre Fahrt von zahlreichen Menschen, die die Straße säumten, militärischer Dudelsackmusik und Trommlern. Im Senat wurde das Königspaar von einer militärischen Ehrengarde begrüßt.

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Die „Washington Post“ analysierte die Lage des britischen Königs als „heikel“. Zwar habe er sich als Monarch bereit erklärt, für die Souveränität Kanadas einzutreten, doch in seiner Rolle als britischer König werde er auch dazu benutzt, den amerikanischen Präsidenten zu umwerben, schreibt das US-amerikanische Blatt.