Deutsche Regierungschefs tun sich schwer mit Kritik an Israel und das aus gutem Grund. Die Beziehungen zu Israel werden nach der historischen Sünde der Shoah nie unbefangen sein können. Das weiß auch Friedrich Merz und hat dennoch in der Debatte um den Gaza-Krieg einen neuen Ton gesetzt. Es ist eine Kehrtwende in der Haltung zu diesem Militäreinsatz, die andere mit Israel befreundete Nationen schon vollzogen haben.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Die Kritik von Merz kommt zum richtigen Zeitpunkt, denn die Regierung Netanjahu hat sich strategisch verrannt. Dabei geht es nicht um den legitimen Einsatz gegen Terroristen, sondern um das Inkaufnehmen eines unsäglichen Elends der Zivilisten.

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Freundschaft verpflichtet – auch in der Kritik am Krieg
Natürlich hat Israel Recht, dass der Schlüssel zur Beendigung des Kriegs in den Händen der Hamas liegt. Geben die Terroristen die Geiseln heraus, ist der Krieg zu Ende. Aber diese Entscheidung liegt nicht in den Händen der Menschen in Gaza, die von der Hamas ebenfalls zu Geiseln gemacht wurden. Daher müssen sie besser geschützt und mit Nahrung und Medikamenten versorgt werden. Das ist selbstverständlich und es darf niemals einen Grund geben, von diesem Grundsatz des Völkerrechts eine Ausnahme zu machen.
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Der kluge Botschafter Israels sagt, dass man bei dieser Kritik „sehr genau zuhört“, weil der Kanzler ein Freund sei. Damit hat Ron Prosor Recht. Die Regierung Netanjahu sollte auf den Freund Deutschland hören und Schlüsse daraus ziehen. Der Kampf um eine friedliche Existenz wird für Israel auch nach dieser Militäroperation weitergehen und seine Regierungen werden ihn dauerhaft nur mit treuen Freunden gewinnen können.









