Der unwürdige Kampf des amerikanischen Präsidenten gegen einer der renommiertesten Universitäten des Landes und der Welt hat eine neue Eskalationsstufe erreicht.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Unter dem an den Haaren herbeigezogenen Vorwurf, Harvard fördere Gewalt und Antisemitismus und paktiere zudem mit der Kommunistischen Partei Chinas, schneidet das Weiße Haus die Elite-Hochschule bei Boston von einer wichtigen Einnahme-Quelle ab.
Eingriff der US-Regierung in die Autonomie der Hochschulen
Neue Studenten aus aller Welt soll es dort nicht mehr geben. Eingeschriebene Nicht-Amerikaner müssen sich nach dem Willen der intellektuell unterbelichteten Heimatschutzministerin Kristi Noem eine neue Alma Mater suchen. Ein Stück aus dem Irrenhaus. Rechtswidrig von vorne bis hinten.
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Derart drakonisch hat noch nie eine amerikanische Regierung in die Hochschul-Autonomie eingegriffen. Der autoritäre Akt riecht nach Nordkorea und Politbüro.
Dahinter steckt Donald Trump. Er hasst das Flagschiff der „Ivy League“-Lehreinrichtungen, sieht in dem Ort, der viele Denker, Nobelpreisträger und Staatsmänner hervorgebracht hat, ein Widerstandsnest gegen seine grobschlächtige Maga-Ideologie.
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Darum versucht seine Regierung, die Hochschule mit dem Entzug staatlicher Fördergelder klein zu kriegen. Anders als etwa die nicht minder renommierte Columbia-Universität in New York hat sich Harvard unter seinem Präsidenten Alan Garber aber bisher hartnäckig geweigert, Trumps Ring zu küssen und seinen unbotmäßigen Forderungen nach Abschaffung aller Programme für Diversität und Multikulturelles nachzugeben. Man ging vor Gericht. So wird es auch diesmal sein.

Aber Trump duldet keinen Widerspruch. Wenn sein hinterwäldlerisches Ausländer-raus-Dekret vor Gericht scheitern sollte, geht er weiter und wird den Entzug der Gemeinnützigkeit betreiben. Harvard müsste dann sein stolzes Stiftungsvermögen von über 50 Milliarden Dollar versteuern. Es wäre der erste Schritt in den Bankrott.
Trump darf nicht gewinnen. Fällt Harvard, fällt die gesamte amerikanische Uni-Landschaft.









