Es ist eine gute Nachricht für Friedrich Merz: Vor der ersten persönlichen Begegnung des Bundeskanzlers mit US-Präsident Donald Trump gibt es Zeichen der Annäherung im transatlantischen Zollkonflikt. „Es wird sicherlich noch das eine oder andere intensive, vielleicht auch anstrengende Gespräch geben“, beschreibt Finanzminister Lars Klingbeil am Donnerstag in den kanadischen Rocky Mountains die Lage. „Aber ich bin mir sicher, am Ende steht eine Lösung.“

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Der SPD-Politiker hatte seit Mittwoch am Treffen der G7-Finanzminister und Nationalbankchefs im kanadischen Banff teilgenommen. In dem malerischen Wintersportort standen die Folgen von Trumps Zollpolitik im Mittelpunkt der Beratungen. Der US-Präsident hatte im April hohe Aufschläge für Einfuhren aus dem Ausland angekündigt und damit Schockwellen durch die Weltwirtschaft und die internationalen Finanzmärkte gejagt. Die Zölle für die EU setzte Trump daraufhin erst einmal aus, derzeit verhandelt die EU-Kommission mit der US-Regierung über eine Lösung.

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Trumps Zollpolitik: Bundesbank-Präsident befürchtete „Kernschmelze“ des Finanzsystems

Treffen der G7-Finanzminister und Notenbankgouverneure
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil gibt am Rande des Treffens der G7-Finanzminister und Notenbankgouverneure ein Pressestatement. © Kay Nietfeld/dpa | Kay Nietfeld

Von dem mehrtägigen Treffen in den kanadischen Bergen bleibt bei den Beteiligten der Eindruck, dass die dramatischen Folgen der Zollpolitik auch für die USA zu einem Umdenken im Weißen Haus geführt haben könnten. Investoren hatten infolge des von Trump ausgelösten Chaos begonnen, die Kreditwürdigkeit der größten Wirtschaftsmacht der Welt infrage zu stellen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Es habe im April „erhebliche Turbulenzen“ gegeben, erinnerte Bundesbank-Präsident Joachim Nagel an die Dramatik der Lage: „An bestimmten Tagen hatte ich das Gefühl, wir sind nicht weit weg von der Kernschmelze an den Finanzmärkten.“ Das habe auch die US-Seite gesehen. „Aus meiner Sicht war die Botschaft im April so stark, dass das letztendlich bei allen Beteiligten angekommen ist.“ Nagel zeigte sich vorsichtig hoffnungsvoll, dass schlimme Folgen für die Weltwirtschaft abgewendet werden können. „Der Anfang wurde hier in den kanadischen Rockies gemacht.“

Bundeskanzler Merz will US-Präsident Trump bald treffen

Treffen der G7-Finanzminister und Notenbankgouverneure
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (links) trifft in Banff Trumps Finanzminister Scott Bessent.© Kay Nietfeld/dpa | Kay Nietfeld

Klingbeil traf sich in Kanada erstmals mit US-Finanzminister Scott Bessent zu einem Vier-Augen-Gespräch und berichtete im Anschluss von einem „konstruktiven“ Austausch, der seinen Eindruck verstärkt habe, dass die USA an einem einvernehmlichen Abkommen interessiert seien. Woran man allerdings bei Trump selbst ist, wissen die Europäer nie – das zeigen auch die widersprüchlichen Äußerungen des US-Präsidenten in den Gesprächen über eine mögliche Annäherung zwischen der Ukraine und Russland.

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Merz wird Donald Trump in Kürze aller Voraussicht nach erstmals persönlich treffen. Mitte Juni findet ebenfalls in Kanada das Gipfeltreffen der G7-Staats- und Regierungschefs statt. Der Bundeskanzler hofft jedoch, bereits vorher einen Termin für einen Besuch bei Trump im Weißen Haus in Washington zu bekommen.

Seine Gespräche in Banff könnten eine „gute Vorlage“ für den Bundeskanzler sein, sagte Klingbeil. „Wir müssen die aktuellen Handelskonflikte zum Wohle aller schnellstmöglich beilegen“, mahnte der Finanzminister. „Die US-Zölle bedrohen Arbeitsplätze und wirtschaftliche Stärke auf beiden Seiten des Atlantiks, deswegen müssen wir zu gemeinsamen Lösungen kommen.“