Unter Donald Trump werden die Vereinigten Staaten immer mehr von der Demokratie zu Kleptokratie. Geradezu schamlos nutzt der 78-Jährige sein Amt aus, um sich persönlich zu bereichern. Hier ein geschenkter Luxusjet aus Katar, dort ein neuer Trump Tower in Dubai oder Damaskus – Politisches und Geschäftliches gehen bei dem Dealmaker-Präsidenten Hand in Hand. Jüngstes Beispiel: Ein kryptischer Krypto-Empfang für 220 geladene Gäste, die in seinen sogenannten Trumpcoin, kurz $TRUMP, investiert haben.

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#16 Michael Kretschmer über Hausbesuche von Corona-Leugnern und sein Gespräch mit Putin
Meine schwerste Entscheidung
 

„Essen Sie mit Präsident Trump zu Abend“, heißt es auf der Website zu der „exklusivsten Einladung der Welt“ neben einem Bild des Präsidenten. Der auf dem Foto mit Hilfe Künstlicher Intelligenz verjüngte und verschlankte Trump hat die Investoren – viele aus dem Ausland und nicht immer gut beleumundet – in einen seiner Golfclubs nordwestlich von Washington D.C. beordert. Die 25 „Top“-Käufer erhalten zudem einen „exklusiven Empfang“ durch Trump vor dem Diner und eine VIP-Tour ins Weiße Haus.

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Großinvestor in Trumpcoin mit Betrugsvorwürfen konfrontiert

Wenige Tage vor seinem Amtsantritt am 20. Januar hatte Trump seinen sogenannten Memecoin auf den Markt gebracht, Gattin Melania brachte eine eigene virtuelle Währung heraus. Bei Memecoins handelt es sich um eine spielerische Form einer Kryptowährung, also ein rein digitales Zahlungsmittel. Der Trumpcoin zeigt das bekannte Bild des Wahlkämpfers, der nach dem Attentatsversuch im Juli 2024 die Faust reckt und seinen Anhängern „Fight, fight, fight“ (Kämpft, kämpft, kämpft) zuruft.

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Der Trumpcoin ist ein höchst volatile Kryptowährung. Wer investiert, kann viel Geld gewinnen, aber genauso schnell noch mehr Geld verlieren.© IMAGO/NurPhoto | IMAGO/Beata Zawrzel

Größter Investor ist nach eigenen Angaben der aus China stammende Krypto-Unternehmer Justin Sun, der 18,6 Millionen Dollar in den Trumpcoin gesteckt hat. Er fühle sich „geehrt“, mit dem Präsidenten zu speisen, schrieb er im Onlinedienst X. Sun war zuletzt mit Betrugsvorwürfen konfrontiert, unter Trump bahnt sich jedoch ein außergerichtlicher Vergleich an.

Trumpcoin höchst volatil: Kurssprünge sind garantiert

Der Gewinner der exklusiven Veranstaltung steht bereits fest: Donald Trump. Sein Clan verdient einmal über die Mehrheitsbeteiligung an dem Kryptohandelsportal Fight Fight Fight und zum anderen durch die Wertsteigerung des Trumpcoins. Laut “Washington Post“ haben die Trump-Familie und ihre Geschäftsfreunde seit Januar 34 Millionen Dollar an Handelsgebühren und 312 Millionen Dollar durch den Verkauf der Coins eingenommen.

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Wie der Sender CNBC berichtet, haben einige wenige Trumpcoin-Halter viel Geld verdient, die große Masse hat dagegen verloren. Nach Trumps Vereidigung am 20. Januar schnellte der Trumpcoin-Kurs auf 75 Dollar hoch, kurz danach stürzte er auf zehn bis 15 Dollar ab. Kurz vor Trumps Empfang am Donnerstag legte der Memecoin wieder zu, der Bitcoin stieg sogar auf den Rekordwert von knapp 110.000 Dollar.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Früher hatte Trump die hochriskanten Kryptowährungen noch als „Katastrophe mit Ansage“ bezeichnet. Doch offenbar überzeugten ihn seine Söhne vom Geschäftspotenzial. Das Familienunternehmen kassiert bei jedem Kauf Gebühren, laut Schätzungen bereits eine zweistellige Millionensumme. 

Wer kontrolliert die Kryptobranche?

Trumps Krypto-Kritiker stehen derweil auf verlorenem Posten: US-Senator Chris Murphy von den Demokraten erklärte: „Der Präsident sollte keinen Zugang zu sich selbst oder zum Oval Office verkaufen.“ Er verlangt die Veröffentlichung der Teilnehmerliste, denn Medien zufolge handelt es sich überwiegend um Ausländer. „Sie könnten Terroristen sein, sie könnten sanktionierte Oligarchen sein“, warnt Murphy.

Der US-Senat diskutiert aktuell ein Gesetz über sogenannte „Stable Coins“, also eine sicherere Art der Kryprowährung. Ob das Gesetz jemals verabschiedet wird, ist unklar. Noch sind viele Fragen ungeklärt, etwa welche Regulierungsbehörde für die verschiedenen Kryprowährungen zuständig sein soll. Das größte Problem bei dem Gesetzgebungsverfahren bringt Brady Dale vom Magazin „Axios“ auf den Punkt. Die Personen, die die Gesetze machen, seien selbst in der Kryptobranche engagiert, kritisiert er.

tok mit afp