Sie kommen schnell und leise: Kleine Drohnen können Panzer aus der Luft angreifen – und treffen dabei oft deren verwundbarste Stelle. Um ihre Soldatinnen und Soldaten sowie das Gerät zu schützen, rüstet die Ukraine jetzt ihre Kampfpanzer nach. Besonders im Fokus: der deutsche Leopard 2, von dem Kiew Schätzungen zufolge über 100 Stück in verschiedenen Varianten von NATO-Staaten erhalten hat.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Der Grund für die Nachrüstung sind sogenannte Kamikaze-Drohnen. Dabei handelt es sich meist um FPV-Drohnen (First Person View), also ferngesteuerte Kleindrohnen mit Kamera und Sprengsatz, die ihre Ziele präzise aus der Ich-Perspektive ansteuern. Sie greifen gezielt verwundbare Stellen an Panzern an – etwa das Dach des Turms, das bei vielen Modellen nicht ausreichend geschützt ist. Solche Drohnenangriffe stellen ein vergleichsweise neues Bedrohungsszenario dar – auf das ältere Modelle des Leopard 2 serienmäßig nicht ausgelegt sind.

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Ukrainische Soldaten stehen vor einem Leopard-2-Panzer in der Oblast Donezk im Osten der Ukraine. (Archivbild)© FUNKE Foto Services | André Hirtz

Artikel über die Ukraine – für Sie recherchiert

Ukraine: Video zeigt nachgerüstete Leopard-2-Panzer

Ein Video, das das ukrainische Verteidigungsministerium auf X veröffentlicht hat, zeigt nun einen umgebauten Leopard 2A4 mit einer auffälligen Metallkonstruktion über dem Turm. Diese improvisierten Gitter sollen verhindern, dass Drohnen ihre Sprengsätze direkt an der empfindlichsten Stelle des Panzers zünden. Ukrainische Einheiten rüsten die Fahrzeuge deswegen teils eigenständig nach, teils mit Unterstützung durch die Armee.

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Trotz der Aufrüstung verzeichnet die ukrainische Armee auch unter den Kampfpanzern hohe Verluste. Nach Angaben der Open-Source-Plattform Oryx, die militärisches Gerät anhand von Bild- und Videomaterial dokumentiert, wurden bis zum 18. Mai 2025 insgesamt 43 Leopard-2-Panzer durch Kampfhandlungen zerstört, beschädigt oder aufgegeben. Darunter befanden sich 26 Leopard 2A4, 13 Leopard 2A6 sowie vier Leopard 2R-Minenräumpanzer, die Finnland im Frühjahr 2023 geliefert hatte.

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Krieg gegen die Ukraine: Große Verluste bei Fahrzeugen

Darüber hinaus meldet Oryx auch den Verlust von 18 Leopard 1A5. Deutschland hatte laut Bundeswehr-Webseite bislang 103 dieser älteren Panzer an die Ukraine geliefert. Der Leopard 1A5 verfügt standardmäßig ebenfalls über keinen Schutz gegen Drohnenangriffe. Auch hier helfen ukrainische Einheiten mit Metallgittern nach.

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Neben den Leopard-Panzern sind laut Oryx auch zahlreiche andere Waffensysteme im Einsatz zerstört worden. Demnach verlor die Ukraine bislang 42 Marder-Schützenpanzer (von insgesamt 140 gelieferten), 173 amerikanische Bradley-Schützenpanzer (von über 300 gelieferten) sowie 22 Abrams-Kampfpanzer (von 31 gelieferten). Insgesamt beziffert die Plattform die dokumentierten Verluste der ukrainischen Streitkräfte seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf über 8.900 Fahrzeuge.

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