In der Nacht nach dem Telefonat zwischen den Präsidenten Russlands und der USA überfliegen um kurz nach 1 Uhr russische Drohnen Kramatorsk, eine der wenigen größeren Städte in der Region Donezk, die noch unter ukrainischer Kontrolle sind. Mindestens neun laute Explosionen sind zu hören. Der Morgen beginnt in der Stadt um 7.30 Uhr mit einem neuen Luftalarm. Donald Trump sagt, Putin wolle den Krieg beenden. In Kramatorsk klingt es, als wolle der russische Präsident ihn eskalieren.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Nach den Verhandlungen in Istanbul hat auch das Telefonat zwischen Trump und Putin kein Ergebnis erzielt, das den Menschen im Osten der Ukraine Hoffnung auf ruhigere Nächte macht. Es wird vorerst keine Waffenruhe geben. Putin will sich in eine möglichst starke Verhandlungsposition bomben und auf dem Boden militärische Tatsachen schaffen. Er besteht auf Forderungen, die für den Ukrainer unerfüllbar sind. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kann keinen Preis für Frieden zahlen, der bedeuten würde, dass Großstädte wie Cherson und Saporischschja oder Städte wie Kramatorsk kampflos aufgegeben werden.

Empfang für NRZ Reporter Jan Jessen
Jan Jessen ist Krisen- und Konfliktjournalist für die FUNKE Mediengruppe.© Funke Foto Services | Kerstin Kokoska

Artikel über die Ukraine – für Sie recherchiert

Die Menschen, mit denen man derzeit in den unter ständigem russischem Feuer liegenden ukrainischen Städten nahe der Front spricht, hätten dafür kein Verständnis. Sie wollen nicht unter die russische Knute gezwungen werden, sie wollen ihre Heimat nicht aufgeben. Das Vorgehen der neuen US-Administration macht sie fassungslos, die kriecherische Anbiederung des US-Präsidenten an Putin versetzt sie in Wut. Sie hoffen jetzt auf ein entschlossenes Europa, das ihnen die nötige Unterstützung gibt und ausreichend Druck auf den Kremlherrscher ausübt, um einen gerechten Frieden erzielen zu können.