Das ist ein Dämpfer für den polnischen Premier Tusk. Und für den Nachbarn Deutschland. Bei den Präsidentschaftswahlen erzielte Tusks liberaler, proeuropäischer Kandidat Trzaskowski im ersten Durchgang nur einen unerwartet knappen Vorsprung – in der Stichwahl könnte der nationalkonservative Trump-Fan Nawrocki die Nase vorn haben. Das aber hieße, dass auch der neue Präsident die Reformpolitik von Tusk ausbremsen würde, so wie bisher das scheidende Staatsoberhaupt Duda – ein Grund für die magere Zwischenbilanz der Regierung.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Keine gute Aussicht für die deutsch-polnischen Beziehungen: Erst haben die PiS-Regierungen die Kontakte eingefroren. Dann hat Tusk aus Furcht vor deutschfeindlicher Propaganda aus dem PiS-Lager, die ihn als Agenten Berlins denunziert, alles vermieden, was ihm als Deutschland-Nähe ausgelegt werden könnte. Bleibt das jetzt so, kann man den erhofften Neustart der Beziehungen endgültig vergessen.

Das Ergebnis der ersten Wahlrunde zeigt zugleich, wie gespalten die polnische Gesellschaft ist. Die Achtungserfolge offen rechtsextremer Parteien müssen beunruhigen. Inflation, Migrationsängste, der Ukraine-Krieg – ein Mix aus Verunsicherung, Frust und Wut schlägt sich nicht nur in Polen in Zugewinnen von Rechtsaußen-Parteien nieder.

Rumänien hat sich am Sonntag erst in letzter Minute gegen den Irrweg eines kruden Rechtsnationalismus entschieden. Am Ende hat eine Mehrheit doch für den proeuropäischen Präsidentschaftskandidaten gestimmt. Wenn es darauf ankommt, bleibt das vereinte Europa also für viele Bürger im Osten ein Hoffnungsanker. In Berlin muss man hoffen, dass diese Einstellung am Ende auch die Wahl in Polen entscheidet.





