Frieden schaffen durch noch mehr brutale Gewalt? Wladimir Putin hat eine besondere Art, sich auf Termine mit Donald Trump vorzubereiten. Wenige Stunden vor dem vereinbarten Spitzen-Telefonat des russischen und amerikanischen Präsidenten am Montag (16 Uhr MEZ), in dem die Beendigung des Krieges in der Ukraine im Vordergrund stehen soll, hat der Kreml-Herrscher offenbar den bisher größten Einsatz von Kampf-Drohnen auf das Nachbarland befehligt.

Montag, Mittwoch, Freitag
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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273 russische Flugobjekte zählte die ukrainische Militärführung in der Nacht zum Sonntag. So viele wie noch nie seit Beginn des russischen Überfalls auf das Nachbarland vor mehr als drei Jahren. In der Hauptstadt Kiew wurde dabei eine Frau getötet. Mindestens drei Menschen wurden verletzt, darunter ein vierjähriges Kind. Betroffen waren auch die Gebiete Donezk und Dnipropetrowsk. Die Ukraine meldete den Abschuss von rund 90 der unbemannten „Killer”. Aus Sicht von US-Experten in Washington setzt Moskau damit die Strategie fort, „vor Friedens-Gesprächen zur Abschreckung noch mehr Blutvergießen zu veranstalten”.
Aktuelle News zum Ukraine-Krieg
US-Kongress drängt auf härtere Sanktionen gegen Russland
Kurz zuvor hatte die US-Regierung in Person von Außenminister Marco Rubio das Trump-Putin-Gespräch, das auf Veranlassung des Weißen Hauses vereinbart wurde, mit verschärften Tönen vorschattiert. Tenor: Im Kongress mehre sich parteiübergreifend die Zustimmung zu härteren Wirtschafts-Sanktionen gegen Russland, wenn es – wie in der vergangenen Woche im türkischen Istanbul demonstriert – keine substanziellen Fortschritte bei dem Bemühen gibt, den Krieg zu beenden.

Rubio betonte, dass man Repräsentantenhaus und Senat zwar um mehr Zeit gebeten habe. Allerdings könne das Parlament der Regierung die Durchsetzung des von Trump-Intimus Senator Lindsey Graham angestoßenen Sanktionspakets auch vorschreiben.
Es sieht vor, dass Staaten, die durch den Kauf von Öl, Erdgas oder Uran die russische Kriegsmaschine mitfinanzieren, bei Waren-Importen in die USA künftig einen Strafaufschlag von 500 Prozent zahlen müssten. So soll laut Graham und seiner demokratischen Mitstreiter der Kreml von dringend benötigten Devisen abgeschnitten werden.
Artikel über die Ukraine – für Sie recherchiert
Istanbul-Gespräche überschattet – Trump pocht auf Direktlösung mit Putin
Hockkarätige ukrainische und drittklassige russische Regierungsvertreter hatten am Freitag in Istanbul zum ersten Mal seit Jahren direkte Gespräche geführt. Beide Seiten einigten sich auf den Austausch von jeweils 1000 Kriegsgefangenen, kündigten an, die Voraussetzungen für einen Waffenstillstand schriftlich zu erarbeiten und verpflichteten sich lose zu weiteren Gesprächen.

Der Termin war bereits vorher von Trump entwertet worden. Nur wenn er und Putin, der anders als der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in der Türkei verhandlungsbereit erschien, persönlich zusammenträfen, werde es ein Ergebnis geben, sagte der US-Präsident.

Auf dem Rückflug von seiner Reise in den Mittleren Osten fügte Trump gegenüber Reportern mit Blick auf Putin hinzu: „Er und ich werden uns treffen, ich denke, wir werden eine Lösung finden, oder vielleicht auch nicht. Aber zumindest werden wir es wissen.” Dann fügte Trump kryptisch hinzu: „Und wenn wir keine Lösung finden, wird es sehr interessant werden.“ Trump will noch am Montag nach dem Putin-Call die Ukraine und führende Nato-Länder über den Ausgang informieren.











