Wadephul: „Putin überreizt seine Karten“ – Minister bekräftigt Sanktionsdrohung
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat den russischen Präsidenten eindringlich zu direkten Verhandlungen mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj aufgerufen. Putin sei dabei, „seine Karten zu überreizen“, sagte Wadephul am Donnerstag bei einem Nato-Treffen in Antalya. „Die Welt wartet darauf, dass er endlich der Aufforderung folgt, an den Verhandlungstisch zu kommen, und zwar mit einer Delegation, die auch der Notwendigkeit der aktuellen Situation gerecht wird.“ Wadephul begrüßte die Bereitschaft Selenskyjs, direkte Verhandlungen mit Putin zu führen. Russland hingegen wolle offenbar „zum jetzigen Zeitpunkt keine ernsthaften Verhandlungen“, sagte der Minister und fügte hinzu: „Das wird Folgen haben.“ Es gebe in Europa eine „große Entschlossenheit (...), dann auch über weitere Sanktionen zu entscheiden.
Wadephul hatte kurz zuvor US-Außenminister Marco Rubio zu einem Gespräch getroffen. Es herrsche große Einigkeit mit dem zentralen Verbündeten, auch im Hinblick auf mögliche neue Sanktionen gegen Russland. „Wir haben eine fast vollständige Übereinstimmung in allen wichtigen Fragen, nicht nur die Nato betreffend, sondern auch die weltpolitische Lage betreffend“, sagte der CDU-Politiker. Im US-Senat gebe es die Bereitschaft, weitere Sanktionen gegen Russland zu erlassen. „Und die amerikanische Administration geht davon aus, dass das geschehen wird, wenn Russland sich nicht bewegt“, sagte Wadephul.