Israel wird nach den Worten von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (75) in den kommenden Tagen „mit voller Kraft“ im Gazastreifen vorrücken.

„In den nächsten Tagen werden wir mit voller Kraft vorgehen, um den Einsatz abzuschließen“, sagte Netanjahu nach Angaben seines Büros am Dienstag vor Reservisten. Dies bedeute die „Zerschlagung“ und „Zerstörung“ der radikalislamischen Hamas-Organisation. Israelische Medien hatten berichtet, es solle vor einer neuen Offensive noch das Ende des Besuchs von US-Präsident Donald Trump in der Golfregion abgewartet werden.

Netanjahu: Wir gehen im Gaza-Krieg „bis zum Ende“

„Jetzt sind unsere Kräfte bereits vor Ort“, sagte Netanjahu. „Es kann sein, dass die Hamas sagt: ‚Stopp – wir wollen noch zehn (Geiseln) freilassen.‘“ Dazu sagte der Regierungschef: „In Ordnung, bringt sie. Wir nehmen sie – und dann gehen wir rein.“ Es werde aber „keine Situation geben, in der wir den Krieg beenden“. Es könne zwar eine zeitlich begrenzte Waffenruhe geben, „aber wir gehen bis zum Ende“. 

Seine Regierung sei auf der Suche nach Ländern, die zur Aufnahme von Palästinensern aus dem Gazastreifen bereit seien, sagte Netanjahu demnach am Montag bei dem Treffen mit Soldaten, die im Kampf verletzt wurden. Israel habe eine Behörde eingerichtet, die es den Bewohnern des Gazastreifens „erlauben wird, zu gehen, aber wir brauchen Länder, die bereit sind, sie aufzunehmen“. „Daran arbeiten wir zur Zeit“, sagte Netanjahu. 

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Er gehe davon aus, dass „mehr als 50 Prozent“ der Palästinenser den Gazastreifen verlassen würden, wenn sie die Möglichkeit hätten, fügte Netanjahu demnach hinzu.

Palästinenser befürchten Vertreibung aus dem Gazastreifen

Viele Palästinenser fürchten eine neue Welle der Flucht und Vertreibung aus dem Gazastreifen, ähnlich wie während des Kriegs im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948 und während des Sechstagekriegs 1967. 

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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In Katar sollen Verhandlungen über eine neue Waffenruhe im Gaza-Krieg weitergehen. Netanjahu hatte angekündigt, diese sollten „unter Feuer“ geführt werden. Eine von Israel geforderte Entwaffnung der Terrororganisation lehnt die Hamas ab. Sie fordert als Bedingung für eine Freilassung der verbliebenen Geiseln ein vollständiges Ende des Gaza-Kriegs. Dazu ist Israel aber nur bereit, wenn die Hamas die Macht in dem Küstenstreifen aufgibt. Inzwischen will Israel aber auch eine dauerhafte militärische Präsenz im Gazastreifen aufrechterhalten.

AFP/dpa/dw