So scharf waren die Sicherheitsvorkehrungen in der Moskauer Innenstadt noch nie. Überall Absperrungen, das Zentrum der Hauptstadt Russlands ist für den Autoverkehr gesperrt, der Mobilfunk eingeschränkt, Tausende Sicherheitskräfte sind unterwegs. „Wir alle, als Moskauer, als Stadtbewohner, wollen natürlich, dass dieser glorreiche Tag des Sieges auf dem richtigen Niveau gefeiert wird“, hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow zuvor erklärt. „Viele Moskauer haben die Stadt verlassen, nirgends ist ein Durchkommen“, sagt eine Passantin leicht genervt.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Auf dem Roten Platz demonstriert Russland militärische Stärke. Wie jedes Jahr marschieren Tausende Soldaten aus allen Waffengattungen auf. Panzer und Raketenwerfer fahren an den geladenen Gästen vorbei. Auch seine Atomraketen präsentiert Russland der Welt. Diesmal, zum 80. Jahrestag des Sieges über Nazideutschland, steht ein ganz besonderer Ehrengast auf der Tribüne, direkt neben Wladimir Putin: der chinesische Staatspräsident Xi Jinping. Für Russlands Präsident ist der Staatsbesuch aus China ein großer Erfolg. Er kann zeigen: Russland ist in der Welt nicht isoliert, hat mächtige Freunde und Verbündete.
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Russland setzt auf strategische Partnerschaft mit China
„Wahrheit und Gerechtigkeit sind auf unserer Seite“, sagt Putin in seiner Rede auf der Parade. Und in Richtung Ukraine-Krieg: „Das ganze Land, die Gesellschaft und das ganze Volk unterstützen die Teilnehmer dieser besonderen Militäroperation. Wir sind stolz auf ihren Mut und ihre Entschlossenheit, auf jene Geistesstärke, die uns immer nur den Sieg gebracht hat.“
Vier Tage war Putins Partner Xi Jinping in Moskau. Natürlich ging es nicht nur um die Feierlichkeiten auf dem Roten Platz. Russland setzt auf seine strategische Partnerschaft mit China. Im vergangenen Jahr stieg das bilaterale Handelsvolumen offiziellen Angaben zufolge auf 216 Milliarden Euro. Am Donnerstag trafen sich Putin und Xi. „Vor dem Hintergrund einer schwierigen geopolitischen Lage und globaler Unsicherheit ist die russisch-chinesische außenpolitische Verbindung der wichtigste stabilisierende Faktor auf der internationalen Bühne“, sagte Putin. Und Xi betonte, dass China Russland weiter zur Seite stehen werde.
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Xi Jinping zu Gast bei Putin: Nicht nur eine Wirtschaftsallianz gegen den Westen
Russland braucht China wirtschaftlich, um den Sanktionen des Westens zu trotzen. Von dort kommen viele Konsumgüter ins Land. Und wohl auch Bauteile für die Rüstungsindustrie, was China nach wie vor dementiert. Umgekehrt profitiert China von russischer Energie. Mehrere Verträge auf Regierungsebene wurden unterzeichnet. Es ging auch um den Bau einer lange geplanten zweiten Gaspipeline nach China. Xi war mit einer großen Delegation nach Moskau gekommen. Ihn begleiteten unter anderem der Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas, Cai Qi, sowie Außenminister Wang Yi, das berichtete das staatliche Fernsehen in China.
Riesige Militärparade: Die Fotos in der Bilderstrecke
Xi Jinping war nicht der einzige, wohl aber der wichtigste Staatsgast auf der Ehrentribüne der Moskauer Siegesparade. Brasiliens Präsident Lula da Silva war da, ebenso wie der slowakische Premier Robert Fico. Anwesend war auch Serbiens Staatschef Aleksandar Vucic. Wie Fico hatte er Schwierigkeiten bei der Anreise nach Moskau. Berichten zufolge hatten die Behörden Lettlands und Litauens den Flug durch ihren Luftraum untersagt, wegen „diplomatischer Brisanz“. Angekommen waren sie dann trotzdem. Abgesagt hatte der indische Premierminister Narendra Modi. Wegen der Spannungen zwischen Indien und Pakistan blieb er zu Hause.

Feier zum Tag des Sieges in Russland – und der Ukraine-Krieg läuft weiter
Trotz der von Putin angekündigten dreitägigen Waffenruhe überschattet der Krieg die Feierlichkeiten. Nach ukrainischen Angaben hat die russische Armee acht Ortschaften in der Ukraine angegriffen. Es habe nahe der Frontlinie 220 Attacken gegeben, schreibt der Gouverneur der Region Saporischschja, Iwan Fedorow, auf Telegram. Die Dörfer in seiner Region seien mit 150 Drohnen und 70 Artilleriegeschossen angegriffen worden.
Auch ukrainische Angriffe hat es wohl gegeben. Die russischen Behörden berichteten von einem Drohnenangriff in Belgorod. Tote und Verletzte habe es nicht gegeben, teilte Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow mit. Schon in der Nacht zum Mittwoch hatten sich Russland und die Ukraine mit Luftangriffen überzogen. Aus Sicherheitsgründen wurde der Flugverkehr auf den Moskauer Flughäfen vorübergehend eingeschränkt.
Russisches Außenministerium: Europäische Union sei „mit braunen Flecken übersät“
Der Frieden in der Ukraine scheint noch weit entfernt, zumindest aus russischer Perspektive. Die Diskussion um neue westliche Waffenlieferungen an die Ukraine führe „zu einer Eskalation der Situation“, meint Maria Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums. „Wir hoffen, dass dies überall verstanden wird, in allen Hauptstädten.“ Harsche Kritik übt sie dagegen an Europa: „Die Europäische Union, die mit braunen Flecken übersät ist, rüstet unter dem Vorwand einer – wie sie es formuliert – ‚Bedrohung aus dem Osten‘, wie einst das Dritte Reich, auf und bereitet sich auf einen Krieg vor. Sie verheimlicht dies nicht, sie bezeichnet unser Land als Feind. Sie hat offensichtlich nicht aus der Geschichte gelernt.“
Nach einem baldigen Frieden in der Ukraine klingt das nicht. Doch Russlands Präsident Wladimir Putin feierte den 80. Jahrestag des Sieges im Zweiten Weltkrieg mit der Parade auf dem Roten Platz. Er sitzt fest im Sattel. Mit einer zwischenzeitlichen Pause ist er seit dem 7. Mai 2000 der gewählte Präsident Russlands. Seit genau 25 Jahren.




![DIESES FOTO WIRD VON DER RUSSISCHEN STAATSAGENTUR TASS ZUR VERFÜGUNG GESTELLT. [RUSSIA, LUGANSK PEOPLE'S REPUBLIC - JULY 29, 2026: A serviceman from the military commandants office of the Lugansk People's Republic performs an air defence duty to protect the airspace of the Lugansk People's Republic. Alexander Reka/TASS] Air defence in Lugansk People's Republic, Russia](https://img.sparknews.funkemedien.de/412741926/412741926_1785999935_v16_9_1200.jpeg)













