Es ist eine alte Weisheit, dass man Dinge erst schätzt, wenn sie vergangen sind. Sie ist auf die Meinungsfreiheit bezogen leider ziemlich aktuell. Die Bilanz zum morgigen Welttag der Pressefreiheit ist jedenfalls ernüchternd. In den medienfeindlichen Diktaturen hat sich wenig zum Besseren gewendet – aber der Kampf gegen freie Medien und offene Meinung hat Europa und die ältesten Demokratien erreicht.

Russland führt einen barbarischen Feldzug nicht nur gegen die Ukraine, sondern auch gegen Medien und Meinungsfreiheit. Im eigenen Land und besonders hart in besetzten ukrainischen Gebieten, wo auch vor Mord nicht zurückgeschreckt wird. Der Foltertod der 27-jährigen Wiktorija Raschtschyna ist das jüngste, grausame Beispiel.
Artikel über die Ukraine – für Sie recherchiert
Dass auch in den USA die freie Presse heute um ihr Recht kämpfen muss, ist besonders erschütternd. Im Land von Joseph Pulitzer und Bob Woodward werden Journalisten von der Regierung aussortiert und öffentlich mit falschen Vorwürfen vernichtet. Dass der US-Vizepräsident nicht aufhört, Europa mangelnde Meinungsfreiheit vorzuwerfen, ist ein schlechter Witz, angesichts einer Regierung, die renommierten Reportern den Zugang zum Weißen Haus versperrt und deren wirkungsvollstes Machtinstrument die Lüge ist.
News aus den USA
Die preisgekrönte „Washington Post“ hat in der ersten Amtszeit Trumps exakt 30.573 falsche oder irreführende Aussagen des Präsidenten gezählt und entlarvt. Heute schreibt ihr Besitzer Jeff Bezos der Redaktion die Kommentare vor. Freiheit stirbt manchmal auch in kleinen Schritten. Daher brauchen Medien Schutz. Denn ohne Pressefreiheit gibt es keine Freiheit.










